Eines war von Anfang an klar: Große Verzögerungen und Unterbrechungen kann sich das Automobil Bergrennen Oberhallau 2026 nicht leisten. Denn über 250 zum Training zugelassene Fahrzeuge sind ganz einfach eine riesige Herausforderung. Dessen voll bewusst wurde der Start sowohl am Trainingssamstag als auch am Rennsonntag auf 07:30 Uhr festgelegt. Dagegen legte allerdings Petrus Protest ein. Bereits am Freitagvormittag schickte er Starkregen, verbunden mit heftigem Wind, dem nicht alle Zelte und Pavillons gewachsen waren. An vielen Standplätzen wurden zunächst Besen und Wasserschieber zum gefragtesten Werkzeug.

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Als Spätfolge der Niederschläge lag am Samstagmorgen dichter Nebel über der 3-Kilometer-Strecke, was eine Startverschiebung bedingte. Trotzdem gelang es den Verantwortlichen des Vereins Pro Bergrennen Oberhallau, alle drei geplanten Probeläufe durchzuziehen. Mit der Zeit hielten Sonnenschein und – besonders sonntags – hohe Temperaturen Einzug. Der Race-Day, an dem es im Vergleich zum Training mehr und auch länger währende Vorfälle und Unterbrechungen gab, begann um 07:25 Uhr. Was nichts daran zu ändern vermochte, das Jury und Organisationskomitee am Nachmittag die Reißleine zogen und entschieden, den dritten Wertungslauf abzusagen. Womit an Stelle von „die besten zwei aus drei“ beide durchgeführten Rennläufe zur Wertung herangezogen wurden. Was dabei heraus kam, das wollen wir uns nun für den NSU-Bergpokal und die KW Berg-Cup Klassen miteinander anschauen.IMG-20260903-WA0008.jpg

Zuerst erklimmen wir den von Weinreben malerisch eingebetteten Oberhallauer Berg luftgekühlt, verlassen uns auf Heckmotor und Hinterradantrieb. Jannik Hofmann ist hier einmal mehr die Messlatte, kontrolliert das Tempo und gewinnt souverän. Enger, viel enger geht es im Verfolgerfeld zu. In dem sich Thomas Krystofiak mit seiner 1200C-Version, gerne auch Reiselimousine oder Langschnauzer genannt, als sicherer Zweiter etabliert. Zum Trainingsende und im ersten Race-Heat beansprucht Christian Hindmarsh in seinem erst zweiten Saisonrennen Rang drei für sich. In der zweiten Auffahrt unterläuft ihm ein Kunstfehler, der ihn – mangels Lauf drei – auf Finalplatz fünf zurückwirft. Walter Voigt übernimmt Endposition drei. Und auch Uwe Schindler schlüpft noch an Christian vorbei, beendet sein Oberhallau Wochenende als Vierter. Bester Klassiker ist in Oberhallau Walter Voigt vor Klaus Betten.image3.jpeg

Fahren wir jetzt ein Stück bei der KW Berg-Cup Division Klassik mit. Sprinten mit ihnen zum Reservoir, schlängeln uns zur Tarzan, spurten weiter zur Brotlaube und biegen dann in den Hinteren Berghöfen links ab Richtung Ziel. Der Beginn ist Sache der 1400er, die mit elf Autos stark vertreten sind. Die Positionen vier bis eins des Rennens entsprechen dem Trainingsergebnis. Eine Veränderung gibt es nur auf Platz fünf. Den bezieht Colin Lohmann mit seinem VW Selfmade Polo 16V 1300. Nach den Probeheats war auf diesem Rang noch Jasmin Merkert zu finden, die sich mit ihrem VW Schneider Polo 8V wegen Motorproblemen leider für das Rennen abmelden muss.image2.jpeg

Die Podiumsbesetzung bilden Sieger Tobias Mayer im VW Minichberger Scirocco 16V, flankiert von Ronnie Bucher (VW Schneider Corrado 16V) als Zweitem und Thomas Kohler mit seinem Fiat X1/9 auf Rang drei. Damit hier nicht der Eindruck entsteht, es wäre langweilig gewesen: Nach Rennlauf eins lagen die Plätze drei bis sechs innerhalb von 2,507 Sekunden. Auf Klassenrang sieben ist Youngster Luca Fuchs im VW Schneider Polo erstmals 1,4-Liter KW 8V-Trophy Gewinner.image4.jpeg

Bange Momente gab es um René Christall. Er kam ausgangs Reservoir mit seinem Simca Rallye 2 von der Strecke ab und landete in einem Feld. Renés Bergung dauerte, da er sich beim Unfall Verletzungen an beiden Beinen zugezogen hatte und der Simca im Frontbereich stark verformt war. Wir wünschen ihm einen guten Verlauf seiner Wiederherstellung. Dass er eine Rückkehr auf die Rennstrecke plant, hat er schon öffentlich bekannt gegeben. Drücken wir ihm die Daumen dazu!

Die 1,6-Liter-Abteilung zeigt sich klar sortiert. Die Nummer eins ist im Opel Spiess Corsa A Tobias Auchter. Er gewinnt klar vor Robert Maslonka im aufgeladenen VW Polo 86C G60 und Ronny Hering im 8-Ventiler VW Scirocco 1, der komplett nach den Regeln der früheren Gruppe 2 aufgebaut ist.

Jetzt rufen wir die Klasse bis 2000 Kubikzentimeter auf. In dieser ist Bernd Ehrle der Favorit. Mit seinem Opel Minichberger C Kadett Coupé wird er dieser Rolle vollauf gerecht, setzt sich in Training und Rennen klar durch.image1.jpeg

Mehr Spannung verspricht beim Studium der Übungszeiten der Fight um Platz zwei. Denn Marvin Ruwe und Werner Weiss liegen relativ eng zusammen. Doch aus dem Duell wird leider nichts. Der ansonsten so zuverlässige VW Minichberger Golf 1 GTI 16V quittiert in beiden Race-Heats noch vor dem Reservoir den Dienst. Geht einfach aus und lässt sich nicht mehr starten. Damit ist Werner Weiss (Ford Escort RS 1800) alleine klarer Zweiter. Johann Hatezic pilotiert den Opel Ascona B Frank auf Podestplatz drei, gewinnt zusätzlich die 2-Liter KW 8V-Tropphy Wertung. Vierter wird mit seinem Kadett C City Gaststarter Mario Laufer.

Hubraum und Anzahl der Ventile sowie Zylinder sind offensichtlich mit die Kriterien, nach denen sich die Autos bis 3000 Kubikzentimeter sortieren. Marcel Gapp ist hier der Spitzenreiter.image5.jpeg

Der Motor seines BMW M3 E36 verfügt über 2990 ccm, 24 Ventile und sechs Zylinder. Für Platz zwei bedarf es eines 16V-Triebwerks mit 2499 Kubik aus vier Zylindern. Installiert in das Opel Kadett C Coupé von Thomas Claus. image7.jpegIm Renner von Roland Christall (Opel Kadett C Limousine Frank) gibt es sogar einen Kubikzentimeter mehr, also 2500. Auch vier Zylinder sind vorhanden. Beim Zählen der Ventile kommen wir auf acht. Somit kennt ihr jetzt alle Klassenplatzierungen inklusive des KW 8V-Trophy Resultates.

Über 3 Liter führt Marc Längerer erstmals in dieser Saison seinen VW Weißdorn Scirocco GTI Turbo zu einem KW Berg-Cup Rennen aus. Leider ist er in die Rolle eines Alleinunterhalters ohne Mitspieler gedrängt, heftet Poleposition und Rennsieg  an seine Fahnen.    

Hubraum sowie die Anzahl von Zylindern und Ventilen rücken von jetzt an in den Hintergrund. Will heißen: Wir kümmern uns jetzt um die Division Performancefactor, steigen hier mit der 5c ein. Das spätere Podium kristallisiert sich früh heraus. Die Beteiligten heißen Fabian Brügge (BMW E36 325i), Helmut Knoblich im Citroen C2 und Marc Schmitz im Family-Opel-Astra GSI 16V). In der aufgeführten Reihenfolge laufen sie auf den Plätzen eins bis drei ein. Die Ränge vier und fünf gehen an Rookie Marco Wöhr im Opel Astra F GSI 16V und Klaus Rothdauscher mit seinem Citroen C2, der vor dem Umbau auf Berg durch ART ein Rallyeauto der Kategorie R2 Max war.

Leicht zu überblicken ist die 5b. Auf dem Klassen-Thron hat sich Youngster Moritz Minichbeger mit seinem Honda Civic Type R festgesetzt, als Kronprinz agiert Alexander Thrun im Renault Clio 2 Cup. Den erweiterten Hofstaat bildet ex-Motorrad-Racer Roman Ahke mit seinem Opel Corsa B GSI 16V.

Die 5a sieht die Auseinandersetzung zweier ex-Cup Renault Clio. Wobei das jüngere Auto, der Clio 4 mit seinem 1,6-Liter-Turbomotor, sich gegen den 2000-ccm-Sauger im Clio 3 durchsetzt. Youngster Leopold Gast steuert des Gewinnerfahrzeug, siegt vor Routinier Thomas Flik.image6.jpeg

Als Opel-Trio zeigt sich die 4b. Trumpf-Ass und Sieger ist hier Jens Weber im Kadett C Coupé 16V vor Stefan Schäfer mit seiner Kadett C Limousine, mit der er zugleich 4b KW 8V-Trophy Sieger ist. Rang drei sichert sich im Kadett C Coupé Josef Faber.

Achtung, Hochspannung! Wo? Im Duell zwischen Andy Heindrichs (Opel Wiebe Corsa 16V) und Ralph Paulick mit seinem VW Golf 1 Minichberger natürlich. Das Training sieht Andy um 1,173 Sekunden im Vorteil. Im ersten Race-Heat dampft Ralph den Abstand bis auf 125 Tausendstelsekunden ein. Mangels drittem Lauf entscheidet der zweite. Schlussendlich sichert sich Andy Heindrichs ganze 2,153 Sekunden vor Ralph Paulick Platz eins. Die Ränge drei und vier gehören 8-Ventilern in der Reihung Karl-Heinz Schlachter im BMW 2002tii Alpina und Werner Walser mit seiner Opel Kadett C Limousine.   

Einer vorneweg, gefolgt von zwei Kampfgruppen. So die Einleitung zur 3b. Derjenige vorneweg ist Daniel Winkler im Audi RS3 TCR. Dahinter beharken sich zwei Subaru Impreza WRX STI. Die Piloten dazu heißen Christian Foquet und Pascal Ehrmann. Nach dem ersten 3-Kilometer-Sprint liegt Christian 0,808 Sekunden vor Pascal. Im zweiten Run kann Christian den Abstand auf 2,089 Sekunden ausbauen. Damit sind Rang zwei und drei geklärt. Verfolgergruppe zwei bilden zwei total unterschiedliche Autos. Wir stellen vor: Den ex-TCR Seat Leon Mk 3, der aktuell mit einem 2-Liter-16V-Saugmotor bestückt ist, gefahren von Marcus Hagmann.image0.jpeg

Und dazu den BMW M140i, ausgerüstet mit einem 3-Liter-Sechszylinder-Turbo-Treibsatz, der knapp 500 PS und mindestens ebenso viele Newtonmeter auf die Kurbelwelle stemmt. Handicap des Weiß-blauen ist sein Gewicht von etwa 1,5 Tonnen. Womit er gut 600 Kilogramm mehr mit sich herumschleppen muss als der Seat. Aber bevor wir jetzt eventuell zu tief in den Bereich Technik abdriften, hier das Ergebnis: Platz vier für Marcus Hagmann im Seat und Rang fünf für BMW-Pilot Daniel Müller.

Zum dritten Mal nach Schotten und Hauenstein bereichert Rainer Noller mit seinem Porsche 991.1 GT3 Cup ein Bergrennfeld. In der 2b teilt er das Schicksal von Marc Längerer, ist alleine unterwegs. Was den Top-Rallyefahrer keineswegs davon abhält, beeindruckende Zeiten auf das Oberhallau-Asphaltband zu legen.

In der 2a ist der frisch vermählte Holger Hovemann mit seinem Lamborghini Huracan ST Evo 1.5 nicht zu schlagen. Final gewinnt er etwas über 6 Sekunden vor Michael Weber, der im Audi 80 Quattro Turbo mit hervorragenden Zeiten im Startsektor eins aufwartet. Respekt davor und vor seiner superlangen Anreise aus Geestland, die je nach gewählter Route mindestens 850 Kilometer beträgt.

Damit seid ihr nun mit den aktuellen Resultaten aus Oberhallau versorgt, liebe NSU Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde. Das Finale ist in unseren beiden Serien eröffnet. Ab Eichenbühl (11.-13.09.) werden wir uns auch mit den Ständen in den Klassen-, Gesamt- und Sonderwertungen befassen. Damit wir gut informiert nach St. Agatha (25.-27.09.) und am darauffolgenden Wochenende (02.-04.10.) nach Mickhausen reisen können. Bitte streicht euch – falls nicht ohnehin schon erledigt – all diese Termine im Kalender ganz dick rot an. Danke dafür!

Uli Kohl, 03.09.2026   





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