Eichenbhl 2019 schneiderDie Veranstaltertruppe des jungen MSC Erftal e.V. im AvD wurde am vergangenen Wochenende (7./8.09.) hart gefordert, schaffte es aber an beiden Tagen trotz des riesigen Starterfeldes je drei Läufe in einem ansprechenden zeitlichen Rahmen über die Bühne zu bringen. Bei jeweils pünktlichem Beginn um 8 Uhr lag der Feierabend auf der knifflig-schnellen Strecke an beiden Tagen deutlich vor 18 Uhr, um 19 Uhr war die zeitnahe Siegerehrung im Festzelt beendet. Aus sportlicher Sicht war das „52. Bergrennen Eichenbühl“ äußerst anspruchsvoll. Denn anders als das Training, das ausnahmslos mit Slicks bestritten werden konnte, begann das Rennen auf der 3,05-Kilometer-Piste auf nasser Fahrbahn, erst gegen Mittag hörte es auf zu regnen. Die Erkenntnisse des Übungstages waren so größtenteils Makulatur. Einige aus dem Kreis der Favoriten wurden dadurch anfangs nach hinten gespült, was in der Folge zu spannenden Aufholjagden und vielen Positionswechseln führte. Hier noch schnell für Zahlenfreaks: 186 Autos gingen in den von den verschiedensten Vorfällen nicht gerade verschonten Wettbewerbs-Sonntag, davon 153 im Rennfeld und die weiteren 33 im Rahmen der GLP. Bevor wir uns nun den Ereignissen in den KW Berg-Cups und im NSU-Bergpokal zuwenden, gilt es unbedingt noch Rennleiter Steffen Hofer und seiner Mannschaft ein dickes Kompliment zu machen. Sie setzten alles daran einen flüssigen Ablauf zu bieten, waren zu jeder Zeit auf der Höhe des Geschehens, reagierten flexibel auf Vorfälle, arbeiteten diese immer so schnell als möglich ab.

So liebe Leser, und nun bitte einsteigen, anschnallen und gemeinsam durchstarten! Zuerst fahren wir mit der Division I (Gruppen A/F/CTC) des KW Berg-Cups National mit. Dessen Klasse bis 1400 Kubik weist nur im Training drei Autos auf, bis zum Rennbeginn ist Robert Maslonka mit seinem VW Polo leider zum Alleinunterhalter geworden. Mehr Autos, nämlich exakt deren acht, finden sich bei den 1600ern ein. Beste KW Berg-Cup’ler sind hier Ralf Fladung mit seinem Peugeot 207 Sport als Dritter und Florian Hildner im Ford Fiesta, der Rang vier belegt. Die Abteilung bis 2-Liter ist fest in KW Berg-Cup-Hand. Das Quartett Kai Neu (Ford Focus 2.0); Markus Goldbach im Renault Wiebe Megane Coupé; Martin Kraus (VW Polo G60) und Kevin Veit (Renault Wiebe Megane Coupé) beziehen in der erwähnten Reihung die Plätze eins bis vier. Für Kai Neu ist es bereits der sechste Sieg in der laufenden Saison, er baut seine Divisionsführung damit weiter aus. Unbedingt noch zu erwähnen ist die engagierte Fahrt von Sophia Faulhaber, die mit ihrem Honda Minichberger Type R im ersten Run die drittbeste Zeit herausfährt. Final gelingt ihr Rang sechs. Spannend verläuft der Wettbewerb in der Klasse über 2000 Kubik. Am Samstag setzt Nikolas Uenzen mit seinem BMW E36 NHM M3 die Bestmarke, lässt ex-Vize-Europameister Achim Kreim im Mitsubishi Lancer Evo 8 um 2,378 und Albert Vogt (Subaru Impreza GC8) um 5,04 Sekunden hinter sich. Aber wie wird das Kräfteverhältnis im Nassen sein, können die beiden Turbo-Allrad-Raketen den nur heckgetriebenen BMW jetzt abhängen? Davon kann keine Rede sein. Achim Kreim führt nach der ersten Auffahrt lediglich 36 Tausendstel vor Nikolas Uenzen. Diesen Rückstand wandelt Nikolas im zweiten Lauf nervenstark in einen 16-Tausendstel Vorsprung um, den er bis zum Rennende auf 1,181 Sekunden ausbaut.

Damit steigen wir um in den NSU-Bergpokal. Die Übungsauffahrten bringen keine großen Überraschungen, abgesehen vielleicht vom Motorschaden am NSU 1200C KWR von Thomas Krystofiak. Die Pace macht Steffen Hofmann, ihm am nächsten kommen Uwe Schindler und Andreas Reich. Beim Rennauftakt unterläuft Steffen Hofmann ein seltener Kunstfehler: Er dreht sich im Crew-Knüttel-S! Allerdings verbringt er nicht allzu viel Zeit mit dem so möglichen Blick ins malerische Erftal, sondern fährt – da er nirgends angeschlagen ist – so schnell wie möglich weiter. Das erste Zwischenresultat weist ihn als Neunten aus, sein Rückstand auf Leader Uwe Schindler beträgt 13,027 Sekunden. Frank Kleineberg ist Zweiter, Andreas Reich Dritter. Dahinter reihen sich Wolfgang Schwalbe (P4) sowie Gaststarter Alexander Follmann (P5) ein. Steffen Hofmann bläst nun zur bedingungslosen Attacke, will seinen frühen Patzer so weit wie möglich ausbügeln. Mit Laufbestzeit ist er nach Race-Heat zwei bereits Dritter. An Andreas Reich, der jetzt Position zwei inne hat, ist er bereits bis auf 0,607 Sekunden heran gekommen, zum führenden Uwe Schindler fehlen aber immer noch 8,572 Sekunden. Auf Rang vier liegt jetzt Frank Kleineberg, Fünfter ist Volker Angelberger. Im Finale versucht Steffen Hofmann noch einmal alles, verbessert den NSU-Bergpokal-Streckenrekord auf 1:33,048. Damit klettert er noch eine Position nach oben, schließt sein Eichenbühl-Wochenende als Zweiter ab. Der Sieger heißt Uwe Schindler. Er hat nervenstark Ruhe und Überblick bewahrt und damit seinen zweiten Saison-Klassenerfolg sicher eingefahren. Andreas Reich steigt als Dritter mit auf das Siegerpodium, Frank Kleineberg bleibt Vierter. Auf der Fünf ist Wolfgang Schwalbe zugleich Gewinner der Klassik-Wertung des NSU-Bergpokals. Zweitbester Klassiker ist in Eichenbühl Mike Vogel, den Pokal für Platz drei sichert sich Roman Szott, der Ehrenplatz des Vierten geht an Bernd Wallstein.

kaiDie Veranstaltertruppe des jungen MSC Erftal e.V. im AvD wurde am vergangenen Wochenende (7./8.09.) hart gefordert, schaffte es aber an beiden Tagen trotz des riesigen Starterfeldes je drei Läufe in einem ansprechenden zeitlichen Rahmen über die Bühne zu bringen. Sportlich war das „52. Bergrennen Eichenbühl“ anspruchsvoll. Denn es begann nass, erst gegen Mittag hörte der Regen über der 3,05-Kilometer-Strecke auf. Einige Favoriten wurden dadurch anfangs nach hinten gespült, was in der Folge zu spannenden Aufholjagden und vielen Positionswechseln führte.In der Division I (Gruppe A/F/CTC) des KW Berg-Cups National punkteten die aktuell vorne Liegenden erneut hoch. Kai Neu im Ford Focus 2.0 holte seinen sechsten Saison-Klassensieg bei den 2-Litern. Auf Rang zwei fuhr hier Markus Goldbach (Renault Wiebe Megane Coupé), Dritter wurde Martin Kraus (VW Polo G60). Eine Hubraumklasse höher (über 2-Liter) ließ Nikolas Uenzen im nur über Heckantrieb verfügenden BMW E36 NHM M3 die Allrad-Turbos und alle weiteren Konkurrenten hinter sich. Der Mann der Stunde im NSU-Bergpokal war Uwe Schindler, der seinen zweiten Saisonerfolg feiern durfte. Steffen Hofmann fuhr nach einem Dreher in Lauf eins noch bis auf Rang zwei nach vorne, Dritter wurde Youngster Andreas Reich.Auch in den Klassen der Internationalen Serie KW Berg-Cup (Gruppe H/FS/E1) ging es hoch her, die Regenspezialisten übernahmen vielfach zunächst die Führung. So musste sich zum Beispiel bei den 1150ern Jürgen Schneider (VW Schneider Polo 16V) auf dem Weg zum Sieg erst an Jürgen Heßberger (P2/Fiat 127 Sport) und Tobi Stegmann (P3/Schneider Audi 50) vorbeikämpfen. Ein besonderer Fokus lag auf den1,4-Litern, wo Hansi Eller im VW Minichberger Scirocco 16V souverän agierte und mit seinem siebten Saisonerfolg, den er vor Franz Weißdorn (VW Polo GT 16V) und Thomas Pröschel (VW Schneider Corrado 16V) holte, den Titel „Deutscher AutomobilBerg-Meister 2019“ endgültig sicher stellte.

Andy Heindrichs (Opel Wiebe Corsa 16V RR) hieß der erste Führende der 1,6-Liter-Klasse. Doch in Run zwei konterte Erwin Buck (VW Spiess Scirocco 16V) und übernahm Platz eins. Andy Heindrichs behielt Rang zwei, Dritter wurde der fliegende Finne Mikko Kataja im Toyota VHTRacing Starlet. Die Abteilung bis 2000 Kubik war 36 Fahrzeuge stark. Das Spitzenduell lief hier zwischen André Wiebe (Renault Clio BTCC) und Mario Minichberger im BMW 2002 16V. André Wiebe entschied dieses mit 1,919 Sekunden Vorsprung zu seinen Gunsten. Auf Rang drei sprintete Norbert Wimmer im 8-Ventiler BMW 2002. Ihm folgten der Gewinner des DMSB-Automobil Berg-Cups für Tourenwagen 2019, Patrick Orth (P4/BMW Gerent E30) und Ralph Paulick im VW Golf 1 Minichberger 16V als Fünfter. Favorit Günter Göser (Opel Kadett C Coupé Böhm 16V) fand sich in der 3-Liter Klasse nach dem ersten Lauf auf Rang fünf wieder. Von dort konnte er noch bis auf Platz zwei nach vorne sprinten, an Sieger Marcel Gapp (BMW M3 E36) kam er aber nicht mehr ganz heran. Als Dritter komplettierte Michael Weber (Audi 80 Quattro) das Podium. Im Training glänzte Holger Hovemann im Opel Kadett GT/R V8mit den allerschnellsten Tourenwagenzeiten, war im Gesamt-Ranking bärenstarker Fünfter. Leider verhinderte ein Motorschaden am 5,7-Liter-Triebwerk die Teilnahme am Rennen. So ging der Tourenwagensieg an Altmeister Herbert Stolz im Porsche 935 DP II. Sabine Röck (VW Golf 1 Turbo) hielt als Dritte der Klasse über 3000 Kubikdie KW Berg-Cup Fahne hoch, Ralf Kroll tat dies im Silver Car S2 G Evo bei den E2-Silhouetten-Rennern als Zweiter.

FranzDer KW Berg-Cup am Hauenstein: Regen splittet das Feld im zweiten Rennlauf Petrus würzte das „50. ADAC MSC-Rhön Hauenstein Bergrennen“ ausgerechnet am Renntag mit einem Regenschauer. Nach einem trockenen Trainingssamstag begann auch der Sonntag trotz nächtlichen leichten Niederschlägen mit guten Bedingungen.Diese hielten an bis zum zweiten der drei Rennläufe über die schnelle 4,2-Kilometer-Piste von Hausen hinauf zur Hochrhönstraße. Mitten in der Klasse von 2000 bis 3000 Kubikzentimeter der nach Gruppe H/FS/E1-Reglement vorbereiteten Tourenwagen begann es erneut zu regnen. Ein Teil der Starter erreichte das Ziel noch trocken, der andere hatte im oberen Streckenteil bereits mit Nässe zu kämpfen. Nachdem dann auch noch der vorletzte Teilnehmer dieser Hubraumabteilung kurz nach dem Start in der Jopp-Kurve wegen ABS-Versagens in die Streckenbegrenzung rutschte, war eine Reifenwechselpause unumgänglich. Nach Ende des Schauers trocknete es relativ rasch wieder auf, im dritten Race-Heat zogen die Zeiten wieder an. Im Feld der 137 Rennstarter tummelten sich 86 eingeschriebene Teilnehmer der KW Berg-Cups. 15 davon waren in der Div. I der Nationalen Serie unterwegs, 10 im NSU-Bergpokal und 60 bei den verbesserten Tourenwagen (TW) der Gruppen H/FS/E1. Die 1400er der Gruppe A/F/CTC mussten mangels Masse mit den 1,6-Liter-Fahrern zusammen gelegt werden. Aus der hubraumschwächeren Abteilung kommend holte sich Robert Maslonka (VW Polo 86C) unter neun Startern einen starken dritten Platz. Der Klassensieg ging an Markus Fink im Citroen C2 VTS, Rang zwei an Ford-Fiesta- Pilot Florian Hildner. Bei den 2-Litern lieferten sich Markus Goldbach (Renault Wiebe Megane Coupé) und Kai Neu im Ford Focus 2.0 ein hautenges Duell, in dem sich Markus Goldbach um 0,736 Sekunden durchsetzte. Sein junger Marken- und Typenkollege Kevin Veit sicherte sich Position drei.
Der Gewinner der Abteilung über 2000 Kubik hieß Nikolas Uenzen (BMW NHM M3). Im NSU-Bergpokal nutzte Uwe Schindler die Abwesenheit der Meisterschaftsführenden Jörg Davidovic / Steffen Hofmann zum NSU-Gewinn vor Thomas Krystofiak und Frank Kleineberg sowie zur Verkürzung seines Rückstandes in der Tabelle der luftgekühlten Heckmotor-Renner. Neben dem absoluten wurden auch Klassen-Streckenrekorde verbessert. Im 16V VW Schneider Polo drückte Jürgen Schneider die 1150er-Bestmarke auf 2:08,471, war auch im Rennergebnis Klassenbester. Die 1,4-Liter Abteilung sah drei 16Vs vorne. Sieg für Hansi Eller (VW Minichberger Scirocco) vor Franz Weißdorn im VW Polo und Ronnie Bucher (VW Schneider Corrado). Erwin Buck (VW Spiess Scirocco 16V) legte die 1600er-Messlatte im zweiten Lauf auf 1:56,449, gewann die Klasse. Auf Rang zwei lief Stefan Faulhaber (Opel Minichberger Kadett 16V) ein, als Dritter Andy Heindrichs im Opel Wiebe Corsa RR 16V. Bei den 2-Liter-Rennern führte kein Weg an Thomas Strasser (VW Minichberger Scirocco 16V) vorbei. Der Tiroler legte ein Polster von 4,248 Sekunden zwischen sich und seinen nächsten Verfolger. Das war im Renault Clio BTCC André Wiebe. Beim erst zweiten Renneinsatz fuhr Mario Minichberger den flammneu aufgebauten BMW 2002 16V auf Podiumsposition drei. Die Ehrenplätze vier und fünf holten sich Patrick Orth (BMW Gerent E30) und Ralph Paulick im VW Golf 1 Minichberger 16V. Mit 16 Startern war die Abteilung bis 3-Liter sehr gut besetzt. Günter Göser (Opel Kadett C Coupé Böhm 16V) fuhr auf Platz drei, Position zwei war die Angelegenheit von Michael Weber im Audi 80 Quattro. Eine starke Leistung zeigte im BMW M3 E30 Bernhard Permetinger, der mit konstanten Zeiten gewann. Bei den Berg-Monstern mit mehr als 3000 Kubik sah es nach dem Klassen- und Tourenwagenerfolg für Holger Hovemann mit seinem Opel Kadett GT/R V8 aus.
 
Der Regen des zweiten Durchgangs schien die Mission TW-Gewinn ins Wanken zu bringen. Doch nervenstark brannte Holger im Finale 1:46,907 in den Asphalt, heftete damit den Tourenwagensieg an seine Fahnen. Im VW Golf 1 Turbo wurde Sabine Röck Klassenzweite, die restlichen Mitbewerber wie Herbert Stolz (Porsche 935 DP 2) verabschiedeten sich im Training oder spätestens nach dem ersten Run. Zwei E2-SH Flundern kämpften um den Pokal ihrer Klasse. Trotz eines Trainingskontakts mit der Leitplanke in der Zielkurve plus anschließender Express-Reparatur sicherte sich diesen Lucas Boric im TracKing RC 01 vor Ralf Kroll (Silver Car S2 G Evo). Im Gesamtklassement platzierten sich die KW Berg-Cup Tourenwagenpiloten top. Holger Hovemann als bester mit Dach auf der Sechs, auch Thomas Strasser, André Wiebe und Mario Minichberger schafften in dieser Reihung den Sprung unter die Top-Ten. 11 KW Berg-Cup’ler sprinteten unter die besten 20 des Gesamt-Rankings. Die jeweils größten KW 8V-Trophy Pokale waren in den einzelnen Klassen die Angelegenheit von Bernd Deutsch (1150 / Schneider Audi 50), Nils Abb (1400 / VW Schneider Polo), Christian Auer (2000 / BMW 2002) und Felix Bürker (3000 / Opel Kadett C Frank Limousine). Von den 13 Rennen der 32. KW Berg-Saison sind nun acht gefahren. Bereits am nächsten Wochenende (3./4.Aug.) geht es mit dem „52. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ weiter. Mit von der Partie sind dabei alle drei Berg-Cup e.V. Serien: Der KW Berg-Cup International und National sowie der NSU-Bergpokal. Die Nennungen versprechen auch in der Borgloher Schweiz faszinierenden, packenden Bergsport. Der durch das nicht mehr so weit entfernte Saisonende und den damit anstehenden, endgültigen Meisterschaftsentscheidungen sicher noch eine Spur prickelnder und faszinierender wird.
Oberhallau 2019 WeberDer KW Berg-Cup in Oberhallau/CH: Starke Leistungen im Ländervergleich Der KW Berg-Cup Auftritt in der Nordschweiz wird begleitet von angenehmer Wärme und viel Sonnenschein. Nur am Sonntag stört zum Auftakt Nebel im unteren Bereich, der aber nach dem Gottesdienst komplett verschwunden ist. Die flüssige 3-Kilometer-Strecke, die besonders am Sonntag von vielen Zuschauern gesäumt ist, präsentiert sich zu rund zwei Dritteln topfeben neu asphaltiert. Das schürt die Hoffnungen auf Rekorde. Die dann auch gelingen, wie wir gleich berichten dürfen. Bevor wir jedoch damit anfangen, hier noch schnell einiges Zahlenwerk: 225 Teilnehmer nehmen das Training auf, 217 das Rennen. Eine Mammutaufgabe für den veranstaltenden Verein pro Bergrennen Oberhallau. Die dieser super meistert. Zum guten Gelingen tragen nicht zuletzt die Beginnzeiten von jeweils 7:30 Uhr bei. An beiden Tagen gibt es eine Mittagspause. Am Sonntag wird diese für das Seifenkistenrennen der Oberhallauer Dorfjugend genutzt, die ihre fahrbaren Untersätze zum größten Teil in der Schule basteln dürfen.  Außerdem ist noch Zeit für den halbstündigen Gottesdienst. Und trotz einiger Vorfälle zieht sich die Veranstaltung, deren Atmosphäre relaxt-freundlich ist, nicht über Gebühr in die Länge. Kompliment dafür! Und damit zum Geschehen auf der Piste. In der Schweiz ist nur die Internationale Serie KW Berg-Cup mit von der Partie. Als einziger Vertreter der 1150er-Spezies ist Hugo Moser (VW Polo 16V) angereist. Der Veranstalter führt ihn als Alleinunterhalter, für die KW Berg-Cup Punktevergabe legen wir ihn mit den 1,4-Litern zusammen und schließen dabei – wie in allen anderen Hubraumklassen – auch die eidgenössischen E1-Teilnehmer (Feld 3) mit ein. Und obwohl die Technik-Regeln der eidgenössischen Freunde viel freizügiger sind als unsere eigenen, halten sich die KW Berg-Cup’ler im Ländervergleich, in dem nur die zwei schnellsten der drei Race-Heats die Basis des Ergebnisses bilden, hervorragend. Armin Ebenhöh, der einen spektakulären Dreher im zweiten Übungslauf wegsteckt, gibt im VW Minichberger Scirocco 16V auch in der Schweiz den Ton an, gewinnt vor Franz Weißdorn (P2/VW Polo GT). Ronnie Bucher beklagt Trainingsmangel. Zwar ist er im VW Schneider Corrado 16V bei allen Probegalopps am Start. Aber einmal läuft er auf Thomas Kohler auf, dessen Team-Fiat-127 sich erneut mit Antriebsproblemen herumquält, beim nächsten Run wird er direkt gestoppt. Was in Oberhallau in den Übungsdurchgängen keine Rückführung zur Folge hat, sondern einfach nach der Freigabe weiterfahren von der Anhaltestelle aus bedeutet. Deswegen rangiert Nils Abb (TP3/VW Schneider Polo) nach  Trainingsschluss vor Ronnie Bucher. Dies ändert sich im Rennen, das Ronnie auf der Drei und Nils als Vierter beendet. Auf diesem Rang ist Nils Abb zugleich der 1400er KW 8V-Trophy Sieger, direkt vor Karlheinz Meurer im VW Polo. Betrachten wir die Sache länderübergreifend, dann finden wir Armin Ebenhöh und Franz Weißdorn weiterhin vorne. Auf der Drei taucht dann Beat Rohr (Audi 50 MLP) auf, der sich als einziger Eilgenosse unter die Top-Fünf schieben kann. Hugo Moser landet nach der totalen Zusammenwertung auf dem siebten Rang. Der neue E1-1400-Streckenrekordhalter heißt übrigens Armin Ebenhöh. Mit 1:27,99 unterbietet er im zweiten Run die bisherige Bestmarke (Quelle für diese Angabe ist das Programmheft) von Beat Rohr um 3,61 Sekunden.
 
Oberhallau 2019 Moser
Die 1,6-Liter sind eine heiße Angelegenheit. Sowohl KW Berg-Cup intern als auch im Ländervergleich. Erwin Buck (P1) fliegt mit seinem VW Spiess Scirocco 1 16-Ventiler in den Rennläufen stets einen Tick schneller den Berg hinauf als Stefan Faulhaber (P2) im Opel Minichberger Kadett 16V. Am Ende trennen die beiden 1,19 Sekunden. Rang drei geht an Andy Heindrichs (Opel Wiebe Corsa 16V RR). Dahinter folgen Sarp Bilen im VW Golf 2 16V als Vierter und Manfred Schulte mit seinem Citroen Nemeth AX Kit Car mit dem Minimalrückstand von 21 Hundertsteln auf Sarp als Fünfter. Helmut Maier muss nach dem ersten Übungs-Run seinen VW Spiess Golf 16V mit einem Getriebedefekt aufladen. Bleibt noch das Länderspiel, dessen Haupt- Akteure Erwin Buck und Martin Bürki (VW Polo MB) sind. Nach zwei Läufen ist Erwin um 0,05 Sekunden vorne, ist zu diesem Zeitpunkt mit 1:25,14 – erzielt im ersten Lauf – auch 1600er Streckenrekordler. Doch wie heißt die uralte Rennsportweisheit? Hm, genau: Zusammen gezählt wird ganz zum Schluss. Martin Bürki knallt final 1:24,88 auf den Oberhallau-Asphalt. Damit schnappt er sich die 1600er Benchmark und den Sieg im Länderduell, in dem hinter Martin Bürki gleich vier KW Berg-Cup’ler auf den Positionen zwei bis fünf einlaufen. In der Abteilung bis 2000 Kubik entwickeln sich Vorjahresgewinner Patrick Orth (P1) mit seinem BMW Gerent E30 320iS und André Wiebe (P2/Renault Clio BTCC) zu absoluten Trumpfkarten. Denn sie behalten ihre Plätze auch in der gemeinsamen Wertung mit den Eilgenossen. Schauen wir nur in die KW Berg-Cup Listen, so ist auf der Drei der von Hansi Eller gefahrene VW Minichberger Corrado R zu finden. Rang vier ist die Angelegenheit von Ralph Paulick (VW Golf 1 16V), Platz fünf sichert sich im Opel Ascona B Frank 8V Roland Christall, der sich mit dieser Leistung gleichzeitig den größten KW 8V-Trophy Pokal holt. Auf das KW 8V-Trophy Podest steigen mit ihm Michael Rauch (8V-P2) und als Dritter Alexander Pleier (beide Opel Kadett). Bernhard Lang wird im Ford Escort RS 2000 Spezial Vierter der roten Startnummern, Josef Faber (Opel Kadett) Fünfter. Die Top-Ten der Klassenwertung komplettieren als Sechster Michael Rauch und auf der Sieben André Scheer (BMW 320iS). Rang acht belegt Alex Pleier. Als Klassen-Neunte folgt Bea Flik (Renault Megane Cup), Position zehn geht an ihren Papa Thomas im Renault Clio 3 Cup. Im Vergleich der Länder entpuppen sich Reto Steiner (P3/Ford Escort RS 2000) und René Faigle (P4) mit seinem VW Scirocco als Spielverderber, indem sie sich völlig ungerührt unter die besten Fünf in der 34 Renner starken Hubraumabteilung schieben.
Oberhallau 2019 Orth
Stark sind die bis 3-Liter-Fahrzeuge vertreten. Youngster Hauke Weber feuert mit seinem Audi 80 Quattro im Training einen ersten Warnschuss Richtung Günter Göser (Opel Kadett Coupé Böhm 16V) ab, setzt die schnellste Zeit der Berg-Cup’ler. Der erste Race-Heat geht dann an Günter, doch Hauke kann kontern und holt sich den Klassengewinn vor Günter (P2). Dritter wird Marcel Gapp (BMW M3 E36), der im Endspurt an Michael Weber (Audi 80 Quattro) vorbei ziehen kann und diesen auf Rang vier zurück schiebt. Platz fünf geht an Alexander Wolk im VW Golf 2 Turbo.
 
Den 8-Ventiler-Sieg sichert sich Rookie Nino Minuth (Opel Kadett C Coupé), sein Markenkollege Alexander Wirth fährt im Ascona B auf Platz zwei. Das Podest der roten Startnummern komplettiert als Dritter Karl-Heinz Schlachter (BMW 2002tii Alpina). In dieser Hubraumabteilung sind die Schweizer Piloten nicht zu knacken. Hermann Bollhalder steht mit seinem knapp 500 PS leistenden 800-Kilogramm Opel Speedster Egmo auf Platz eins der gemeinsamen Liste. Rang zwei nimmt hier René Köchli (Honda Civic RK4) ein. Die Ränge drei bis sechs der 24 Autos umfassenden Klasse sind dann eine reine KW Berg-Cup Angelegenheit. Erstaunliches ereignet sich in der Abteilung über 3000 Kubikzentimeter, in der Holger Hovemann mit seinem Opel Kadett C GT/R V8 eine blitzsaubere Visitenkarte abgibt. Im KW Berg-Cup zum Dasein als Einzelstarter verurteilt, trifft er beim Mischen auf 25 Mitbewerber. In dieser riesigen Klasse wird er Dritter, muss sich nur den Mitsubishi Lancer Allrad-Turbo-Raketen von Ronnie Bratschi (P1) und Roger Schnellmann (P2) geschlagen geben. Größen wie Bruno Ianniello (Lancia Delta S4) oder Michi Widmer im Mitsubishi Mirage Proto X müssen sich hinter Holger Hovemann einreihen, der als Gesamt-Elfter drittschnellster Tourenwagen ist und im ersten Run mit 1:19,81 eine echte Superzeit hingelegt hat.
Oberhallau 2019 Hovemann
Der KW Berg-Cup geht jetzt in seine entscheidende Phase. Der harte Kampf um den goldenen Siegerkranz des Gesamtgewinners ist offen. Als heißeste Favoriten sind im Moment wohl Patrick Orth und die Wiebe-Brüder André und Björn zu nennen. Wenn die Genannten mit der Form weitermachen, in der sie aktuell unterwegs sind, dann ist es ihnen absolut zuzutrauen demnächst das führende Team Armin Ebenhöh /Hansi Eller vom Platz an der Sonne zu verdrängen und damit zugleich auch einen
Gesamt-Podiumsplatz von Franz Weißdorn zu verhindern. Aber noch ist das letzte Wort längst nicht gesprochen. Drei Rennen stehen noch aus. In Eichenbühl, St. Agatha und Mickhausen sind starke Starterfelder und damit harte Gegner zu erwarten. Da gilt es sich unbedingt durchzusetzen. Denn nur dann winken echte Big-Points. Möglicherweise bekommen wir ja die endgültige Entscheidung der 32. KW Berg-Cup Saison erst beim finalen Gipfelsprint-Event. Das wäre a) toll und b) sicher Motivation für uns alle noch möglichst oft live dabei zu sein. Wir vom KW Berg-Cup und unsere Veranstalter-Partner würden uns sehr darüber freuen.
Homburg MinichbergerDavon gab es zwei. Zum einen Mario Minichbergers BWM 2002 16V und den per Turbo aufgeladenen VW Golf 2 von Alexander Wolk. Beide absolvierten ihren ersten Einsatz ohne erkennbare Mucken. Die dabei erzielten sportlichen Resultate – für die Erbauer im Moment noch Nebensache – lassen wir in den Bericht ihrer jeweiligen Klassen einfließen. Das „46. Homburger ADAC Bergrennen“ bot den Piloten der Neuen und natürlich auch allen anderen Teilnehmern die Möglichkeit zu Fahrten unter unterschiedlichsten Bedingungen. Am Samstag (13.07.) gingen die drei Trainingsläufe auf dem zunächst bergab führenden 2,6-Kilometer-Teilstück der Käshofer Straße bei kühlen Temperaturen komplett trocken über die Bühne, dauerten aber aufgrund mehrere Vorfälle bis weit nach 18 Uhr. Kurz vor Start des Rennens begann es am Sonntagmorgen zu regnen. Leicht zunächst, später heftiger. Der erste Lauf war für alle Teilnehmer nass, was in vielen Klassen für ungewohnte Zwischenstände sorgte. In Heat zwei zeigte sich die Piste im Wandel, begann nach Ende der Niederschläge aufzutrocknen. Wovon besonders die späteren Startgruppen profitieren konnten. Der finale dritte Run war eine klare Angelegenheit für Slickreifen,ließ absolute Top-Zeiten zu. Für zwei Dinge gebührt dem Orga-Team des Homburger AC ein besonders großes Lob. Sie hatten den Mumm, ein schon vor vielen Jahren vom KW Berg-Cup präsentiertes neues Konzept umzusetzen. Dieses sieht  vor, die Startfolge zu den Rennläufen nach dem Trainingsergebnis zu gestalten. Will heißen, jede Klasse wird vom in den Übungsdurchgängen langsamsten Teilnehmer eröffnet, die schnellsten schließen dann die Hubraumabteilungen ab. Dies bringt mehrere Vorteile: Die Favoriten werden zusammengeführt, das beschert den Zuschauern bessere Übersicht und deutlich erhöhte Spannung, bei Wetterwechsel gibt es kein Startnummernrennen mehr. Außerdem wird das leidige Problem des Auflaufens schneller auf langsame Teilnehmer bei normalem Verlauf ausgeschaltet. Der zweite positive Aspekt in Homburg 2019 war das angenehm frühe Rennende. Trotz der wegen der kleinen Sammelzone nach dem Ziel bedingten vier Startgruppen war nach pünktlichem Beginn um 8:30 Uhr und flüssigem Ablauf bereits um 15:42 Uhr die letzte Ergebnisliste gedruckt. In Sachen Gesamtwertung wies diese 115 Rennstarter aus, von denen 109 gewertet wurden. Mit dem Stichwort Wertung wollen wir uns von nun an dem sportlichen Geschehen widmen. Dazu werfen wir zunächst einen Blick in die Division I des KW Berg-Cups National.
 
Robert Maslonka hat mit seinem VW Polo die 1400er-Klasse der Gruppen A/F/CTC sicher im Griff und gewinnt unangefochten. Spannender machen es die 2-Liter. Der Samstag sieht den Ford Focus 2.0 von Kai Neu vorne, gefolgt von den zwei Renault Wiebe Megane mit Kevin Veit (TP2) und Markus Goldbach (TP3). Der erste Run am Sonntagmorgen ergibt ein anderes Bild. Kevin Veit führt mit 1,123Sekunden Abstand vor Kai Neu (P2). Dritter ist Martin Kraus mit seinem VW Polo G60. Markus Goldbach findet sich auf Rang fünf wieder. Der Wuppertaler mag Regen ohnehin nicht so besonders, zudem bremst eine nicht korrekt funktionierende Traktionskontrolle auch auf den Geraden seinen Vorwärtsdrang nachhaltig ein. Kai Neu kann sich mit dem Renault vor ihm nicht wirklich anfreunden, im zweiten Run bläst der Homburger kompromisslos zur Attacke, setzt eine glasklare Klassen-Bestmarke, geht an die Spitze. Kevin Veit ist nun Zweiter, Gino Kruhs im aus der Rallye-Szene kommenden Citroen DS3 R3T Dritter. Im Finale lässt Kai Neu nichts mehr anbrennen, vergrößert seinen Vorsprung nochmals und holt sich den Sieg bei seinem Heimrennen. Mit ihm steigen Kevin Veit als Zweiter und Martin Kraus als Dritter auf das Klassenpodest. Der Letztgenannte ist im dritten Run wieder an Gino Kruhs (P4) vorbeigeschlüpft, Markus Goldbach verbleibt auf Position fünf. In der Abteilung über 2000 Kubikzentimeter fährt Nikolas Uenzen im BMW E36 NHM M3 -ein klasse Rennen, lässt sich nach dem ersten Heat, in dem Rallye-Spezialist Stefan Petto (Opel Corsa D OPC) bis auf 0,205 Sekunden an ihn herankommt nicht aus der Ruhe bringen, gewinnt schlussendlich mit einem Polster von 6,621 Sekunden. Damit ist er nun in der Division I Vierter. Nur 2,52 Punkte dahinter liegt als Fünfter Martin Kraus auf der Lauer. Die Top-Drei sind im Moment klarer sortiert. Kai Neu führt 37,54 Zähler vor Markus Goldbach, Platz drei ist die Angelegenheit von Kevin Veit, der Luft nach vorne und hinten hat.
 
Das nächste Kapitel handelt von den luftgekühlten Heckmotorfahrzeugen des NSU-Bergpokals. Jörg Davidovic sorgt für die schnellste Übungs-Auffahrt. Exakt 1,188 Sekunden dahinter läuft Youngster Andreas Reich auf der Zwei ein, Dritter ist Uwe Schindler. Der Regen des Sonntags bringt neue Helden hervor. Andreas Reich –dessen Auto immer besser funktioniert – krault an die Spitze, schwimmt sich um 4,956 Sekunden von Uwe Schindler (P2) frei, dem Christoph Schwarz bis auf 0,323 Sekunden auf die Pelle rückt. Die Jungs auf den Plätzen zwei bis vier – der gehört Thomas Krystofiak – liegen ohnehin in einem schmalen Fenster von 0,421 Sekunden zusammen. Jörg Davidovic findet sich auf der Fünf wieder. Die Positionen eins und zwei überstehen auch alle weiteren Läufe. Der 26-jährige Andreas Reich darf seinen ersten NSU-Bergpokal-Sieg feiern, Uwe Schindler Rang zwei. Um Platz drei gibt es Gerangel. In Lauf zwei bezieht diesen Thomas Krystofiak mit seinem Langschnauzer 1200C. Christoph Schwarz ist neuer Vierter, Jörg Davidovic weiterhin Fünfter. Bleibt noch festzuhalten, dass Jörg nun nur mehr 636 Tausendstel auf Christoph fehlen, zu Thomas beträgt der Rückstand 1,997 Sekunden. Jörg schaltet nun auf maximalen Angriffsmodus, setzt mit 1:27,443 die NSU-Bergpokal-Rennbestzeit, verbessert sich mit dieser final noch auf Endrang drei, schiebt damit Thomas Krystofiak auf den vierten sowie Christoph Schwarz auf den fünften Platz zurück. Die NSU-Klassik-Wertung sichert sich Mike Vogel vor Roman Szott.
 
Damit zu den flüssigkeitsgekühlten Autos der Gruppen H/FS/E1. Das Geschehen bei den 1150ern ist schnell geschildert. Hugo Moser schlittert in der zweiten Trainingssitzung mit dem VW Polo 16V am Ausgang der Sportplatzkurve von der Piste. Die Schäden am Auto halten sich in Grenzen. Eine nicht mehr wirkende Diff- Sperre hat den Vorfall ausgelöst. Am Rennen kann Hugo deshalb nicht mehr teilnehmen. Das macht die Klasse zum Duell zwischen Jürgen Schneider (VW Schneider Polo 16V) und Steffen Hofmann im NSU TT 16V Davidovic Evo 2, in dem Jürgen stets die Kontrolle hat. Am Ende liegt er als Gewinner 2,538 Sekunden vor Steffen (P2). Insgesamt scheint es mit dem NSU-16V-Projekt aufwärts zu gehen. Denn obwohl man vom revisionsbedürftigen Sechs- auf ein Vier-Gang-Getriebe zurückrüsten musste, sind die Abstände nach vorne kleiner geworden. Im letzten Lauf waren es lediglich 101 Tausendstel. „Mit dem VW Minichberger Scirocco 16V von Armin Ebenhöh habe ich ein perfektes Auto zur Verfügung, dessen Komponenten spitze sind und phantastisch miteinander harmonieren“ sagt Hansi Eller im Interview an der Strecke. Seine Worte untermauert er in Homburg einmal mehr eindrucksvoll, ist in jedem Lauf schnellster 1,4-Liter-Teilnehmer. Am Ende gewinnt er 12,220 Sekunden vor Nils Abb, der mit seinem 8-Ventiler VW Schneider Polo genauso wie sein KW 8V-Trophy Kollege Frank Lohmann (VW Polo 86C) einen bärenstarken Auftritt hat. Nach dem ersten Run ist Frank 0,239 Sekunden vor Nils (P3) sogar Zweiter, hinter den beiden mit den roten Startnummern reihen sich Markus Hülsmann (P4) im VW Golf 16V und Franz Weißdorn (P5/VW Polo 1 16V Weißdorn Racing) ein. Eine Auffahrt später hat sich Nils die zweite Position geholt, Frank ist nun Dritter. Franz Weißdorn überholt auf der abtrocknenden Strecke Markus Hülsmann. Er ist nun Vierter, Markus Fünfter. Damit gibt sich Franz noch nicht zufrieden, im letzten Lauf schnappt er sich auch Frank Lohmann. Damit ist das End-Ranking hergestellt. Hansi Eller steigt auf die höchste Stufe des Siegerpodests, dort flankieren ihn Nils Abb als Zweiter und Franz Weißdorn als Dritter. Auf Klassenplatz vier ist Frank Lohmann hinter Nils Abb zugleich Zweiter der 1400er KW 8V-Trophy. Auf Position fünf findet keine Änderung mehr statt, die gehört nach wie vor Markus Hülsmann.
 
Die 1,6-Liter-Fahrer gehen ihren eigenen Weg, schließen sich in Sachen Platztausch den Akteuren vieler anderer Klassen keineswegs an. Ihre Podiumsbesetzung legen sie gleich in den Probegalopps fest. Erwin Buck (P1) ist mit seinem VW Spiess Scirocco das Maß der Dinge, er gibt das Tempo vor. Ihm am nächsten ist Andy Heindrichs zu finden, dessen Motor im nassen ersten Rennlauf ab Posten 8 nur mehr bis zu 4500 Touren hoch drehen will, was einen satten Rückstand beschert. Im zweiten Heat benötigt Andy dann mit Wut im Bauch mit seinem Opel Wiebe Corsa 16V RR nur 105 Tausendstel mehr als Erwin Buck für den Sprint vom Start ins Ziel. Run drei geht aber wieder eindeutig an Erwin Buck, der seinen Vorsprung nochmals deutlich ausbaut. Dritter ist im VW Golf 2 16-Ventiler die ganze Zeit hindurch Sarp Bilen, Rang vier holt sich schlussendlich KW Berg-Cup Rookie Lukas Eigl mit seinem Opel Corsa A GSi 16V.
 
Abwechslungsreicher hält es die 2-Liter-Fraktion. Am späten Samstagnachmittag knallt Björn Wiebe im Renault Clio BTCC in 1:16,236 die Trainingsbestzeit auf die Piste. Nur 77 Tausendstel hinter ihm fliegt Thomas Strasser mit seinem VW Minichberger Scirocco 16V als Zweiter durch die Ziellichtschranke. Dritter im Bunde derer auf imaginären Stockerlkurs ist Patrick Orth (BMW Gerent E30). Auf Rang vier folgt das erste der beiden Premierenautos. Das ist der wunderschön aufgebaute BMW 2002 16V von Mario Minichberger. Am Freitagabend sprach der noch von „vorsichtigem Kennenlernen und Zurückhaltung“. Diese legt Mario im Verlauf des Wochenendes zumindest soweit ab, dass er sich im allerletzten Race-Heat die drittschnellste 2-Liter-Zeit notieren lassen kann. Fünfter des Übungstages ist Ford Escort RS 1800 BDA Pilot Werner Weiß. Seine Verfolger sind dicht gestaffelt, als Zehnter liegt Frank Brügge nur 1,262 Sekunden hinter Werner Weiß zurück. Auf Klassenposition sieben ist Christian Auer im BMW 2002 KW 8V-Trophy-Bester, vor Frank Brügge (VW Brügge Golf) und Johann Hatezic im Opel Ascona B Frank, mit dem er in der letzten Übungsauffahrt nach der Sportplatzkurve von der Strecke kreiselt, durch die Wiese pflügt und kurz vor dem Ziel wieder auf den Asphalt zurückkehrt. Der beste Rennauftakt gelingt Patrick Orth, der Tom Strasser (P2) 1,047 und Björn Wiebe (P3) 1,614 Sekunden hinter sich lässt. Vierter ist André Wiebe (Renault Laguna), Fünfter Andre Scheer mit seinem BMW 320iS. Im zweiten Run ist Björn Wiebe schnellster 2-Liter-Fahrer, das bringt ihn auf Platz zwei. Tom Strasser,dessen 15-Zoll-Regenreifen im letzten Streckendrittel überhitzen, ist jetzt Dritter. Patrick Orth führt weiterhin um 1,056 Sekunden. Die Plätze vier und fünf haben Bestand. Noch. Das Finale entpuppt sich als Krimi. Björn Wiebe und Thomas Strasser greifen auf Slicks voll an, setzen absolute Top-Werte. In 1:15,066 fährt Tom die schnellste 2-Liter-Zeit des Wochenendes. Björn benötigt für die letzte Passage der Käshofer Straße 159 Tausendstel mehr, liegt damit im direkten Windschatten des Minichberger Scirocco. Patrick Orth legt 1:18,240 auf die Bahn. In der Addition der drei Durchgänge wirft ihn dies auf Platz drei zurück. Der Sieg geht an Björn Wiebe, Zweiter wird Thomas Strasser. Mit einem fulminanten 1:17,181-Schlussauftritt kommt Mario Minichberger noch bis auf die Vier nach vorne. Was die Spannung auf seine nächsten Einsätze bei uns allen noch ein paar Stufen höher hebt. Rang fünf holt André Wiebe, Sechster ist Andre Scheer. Werner Weiß beendet sein Homburg-Wochenende als Siebter, Christian Auer als Achter. Rainer Schönborn läuft im VW Golf 1 16V auf der Neun ein, Frank Brügge auf der Zehn. Auf das KW 8V-Trophy Klassenpodium klettert Christian Auer als Gewinner, Frank Brügge als Zweiter und Johann Hatezic als Dritter. Ehrenplatz Nummer vier geht an Josef Faber mit seinem Opel Kadett C Coupé.
 
Die Diesel-Story ist kurz. Sepp Koller ist wieder einmal als Einzelkämpfer angereist. Im ersten Trainingslauf unterläuft ihm ein kleiner Kunstfehler, er gerät in den Graben. Der Pilot übersteht den Zwischenfall unbeschadet, zu den weiteren Samstagsläufen und zum Rennen kann er aber mit dem leicht ondulierten Alfa Romeo 147 JTD nicht mehr antreten.
 
In der Klasse von 2000 bis 3000 Kubik treffen Front-, Heck- und Allradantrieb aufeinander. Sieben Autos beziehen ihre Kraft aus Saugmotoren, drei werden von Turbo-Triebwerken gespeist. Am Samstag ist die Kombi Heckantrieb-Sauger die bessere Variante. Günter Göser sichert sich im Opel Kadett C Coupé 16V Böhm die imaginäre Poleposition vor den beiden BMW E36 M3 von Marcel Gapp (TP2) und Arno Billen (TP3). Dann folgen die Allrad-Turbo Audi 80 Quattro aus dem Norden Deutschlands. Junior Hauke Weber ist Übungs-Vierter, Papa Michael Fünfter. Der Regen des Sonntags weicht diese Formation auf, spült sie durcheinander. Hauke Weber katapultiert sich an die Spitze, die er bis zum Rennende verteidigt. Während des ganzen Tages folgt ihm Marcel Gapp wie ein Schatten auf Platz zwei. In der Endabrechnung liegt er nur 0,637 Sekunden hinter Hauke. Zum Auftakt schnappt sich Michael Weber Platz drei vor Arno Billen (P4) und Günter Göser (P5). Auffahrt zwei ändert nichts an der Liste, die dritte dann schon. Denn von der Fünf springt Günter Göser mit einem beherzten Schlusslauf, den er in der Klassenbestzeit von 1:17,890 absolviert, noch bis auf Position drei nach vorne. Arno Billen wird so final Vierter, Michael Weber Fünfter. Die Premiere des VW Golf 2 von Alexander Wolk führt diesen auf Rang sechs. Sowohl im Training als auch im Rennen wird der Abtsteinacher von Lauf zu Lauf schneller. Was bedeutet, dass die Richtung stimmt. Den KW 8V-Trophy Pokal dieser Klasse sichert sich Felix Bürker mit seiner Opel Frank Kadett C Limousine vor Nino Minuth (8V-P2) im C Coupé. Im ersten Run liegt Nino kurz vor Felix, danach werden die Plätze wieder getauscht zur End-Formation.
Homburg Wolk
 
Sechs Berg-Boliden mit mehr als 3-Liter Hubraum haben den Weg nach Homburg gefunden. Der KW Berg-Cup steuert Holger Hovemann und Sabine Röck bei. Mit seinem Opel Kadett GT/R V8 übernimmt Holger von Anfang an das Kommando. Er fährt genauso ungefährdet zum Sieg wie Jochen Stoll (Porsche 911 GT3 Cup) auf Platz zwei. Um Rang drei entbrennt ein enges Duell zwischen Rüdiger Bernhard im Porsche 911 GT3 und Sabine Röck. Diese hat im Training die Nase ihres VW Golf 1 Turbo um 25 Hundertstel vorne. Im nur mit Frontantrieb ausgestatteten Renner legt sie im nassen ersten Heat den Grundstein zu Schlussplatz drei, ist 3,01 Sekunden vor ihrem Porsche-Kontrahenten im Ziel. Der kontert in Lauf zwei, kommt da bis auf 17 Tausendstel an Sabine heran. Die bleibt cool und vergrößert im dritten und letzten Run ihren kleinen Vorsprung wieder auf den Endstand von 0,483 Sekunden. Hinter sich lässt die Golf-Lady aus dem Allgäu dabei zwei GT3-Porsche und einen Ferrari 355 GT, der von einem 500 PS starken 4-Liter Zytek V8-Motor befeuert wird.
 
Die Tourenwagen (TW) haben in Homburg einen überzeugenden Auftritt. 14 davon schaffen es auf Seite eins der 21 Fahrzeuge umfassenden Gesamtergebnisliste. Der beste aus der Abteilung Fahrzeuge mit Dach ist auf Gesamtplatz acht Luxemburgs Canio Marchione im BMW 320 STW. Ihm folgen Holger Hovemann (TW-P2), Björn Wiebe (TW-P3), Thomas Strasser (TW-P4) und als TW-Fünfter Patrick Orth. An der KW Berg-Cup Spitze haben sich Hansi Eller / Armin Ebenhöh (GP2) näher an das in Führung liegende 8V-Team Norbert Wimmer / Christian Auer herangeschoben. Mit etwas Abstand liegt Franz Weißdorn auf der Drei, Marcel Gapp ist Vierter und Patrick Orth Fünfter. Auf dem Vormarsch befinden sich zurzeit ohne Zweifel André und Björn Wiebe. Nach einem nicht wirklich glücklichen Saisonbeginn und dem Verzicht auf St. Anton haben sie ab Wolsfeld dreimal maximale Zähler eingefahren. Das hat sie auf Rang sieben gebracht. Machen sie in dieser Form bei den sechs noch ausstehenden Rennen weiter, dann müssen sie zu den Gesamtsieg-Anwärtern gezählt werden. Ausstehende Rennen, das ist das Stichwort für den letzten Absatz. Eine englische Woche steht demnächst ins Haus, die uns am 27./28. Juli zum „50. ADAC / MSC Rhön Hauenstein-Bergrennen“ sowie am 3. und 4. August nördlich zum „52. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ führt. Bei diesen Trips sind alle drei Serien des Berg-Cup e.V. dabei. Das ist doch Grund genug für euch, liebe KW Berg-Cup und NSU-Bergpokal Fans und Freunde, diese Reise ebenfalls mitzumachen? Höre ich ein Ja? Das ist super, wir Berg-Cup’ler und die jeweiligen Rennveranstalter freuen uns schon riesig auf euch!

OS 2019 Heindrichs GrossDer zweite Satz der Überschrift trifft gleich mehrfach zu. Denn auch 2019 gab es beim nördlichsten Rennen im Kalender wieder jede Menge Action und Attraktionen neben der Strecke. Aber auch auf der 2,030-Kilometer-Piste des Uphöfener Berges war volles Programm angesagt. Mit drei Trainingsdurchgängen am Samstag, nach denen noch mehr als eine Stunde lang freiwillig weiter geübt werden konnte, sowie vier Rennläufen am Sonntag. Viel los war beim ebenfalls zum FIA Int. Hill Climb Cup zählenden „52. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ auch in Sachen Starterfeld. 151 Rennteilnehmer, darunter jede Menge Topfahrer aus ganz Europa, mit Champion Christian Merli (Osella FA30 Zytec LRM) an der Spitze. Dazu gab es noch 44 Starter der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung abzuwickeln, die zum größten Teil mit Elektro- oder Hybridfahrzeugen unterwegs waren. An beiden Tagen ging’s pünktlich um acht Uhr los, gefahren wurde jeweils knapp zehn Stunden. Dass es trotz des Riesenfeldes nicht länger dauerte war einigen sich positiv auswirkenden Neuerungen an der Streckensicherheit geschuldet. Und auch die allzeit trockenen Bedingungen leisteten in Verbindung mit der guten Orga des MSC Osnabrück und der Disziplin der Teilnehmer ihren Anteil dazu.

66 KW Berg-Cup-Aktive hatten für Osnabrück genannt. Wie es diesen bei der Reise in den Norden ergangen ist, das wollen wir nun wie immer gemeinsam betrachten. Doch bevor wir damit loslegen können müssen wir noch schnell erklären, dass wegen des erwähnten FIA-Prädikates nur die zwei schnellsten der vier Rennläufe jedes Teilnehmers zur Wertung heran gezogen wurden. Und nun geht’s los!    

Die Podiumsbesetzung der 2-Liter Klasse der zusammen gewerteten Fzg-Gruppen A/F/CTC entspricht exakt dem Stand der Division I des KW Berg-Cups National: Kai Neu im Ford Focus 2.0 vor Markus Goldbach (P2) und Kevin Veit (P3), die beide ein Renault Wiebe Megane Coupé einsetzen. Divisions-Vierter ist jetzt Robert Maslonka (VW Polo 86C), sein 1400er-Klassensieg hat ihm gute Punkte eingebracht. Im VW Polo G60 ist Martin Kraus Tabellenfünfter. Aus Osnabrück ist er als 2-Liter-Vierter abgereist.

Von vielen Rückführungsbildern wissen wir, dass sich die NSU-Bergpokal-Jungs auf Formationsfahrten verstehen. In der Borgloher Schweiz haben sie es sogar bergauf ähnlich gehalten, haben ihre Positionen früh bezogen. Allerdings haben sie mit viel Einsatz um deren Erhalt gekämpft. Sieger Steffen Hofmann unterbietet schon am Samstag zweimal den NSU-Streckenrekord. Das wiederholt er am Sonntag noch dreimal, die neue Benchmark lautet 1:08,402. Als Zweiter steigt Uwe Schindler auf das Podium, Karsten Steinert tut dies als Dritter. Die Ehrenplätze Nummer vier und fünf sichern sich Andreas Reich (P4) und Frank Kleineberg (P5). Die Klassik Wertung sieht Mike Vogel vorne, auf den Plätzen zwei bis vier folgen Wolfgang Schwalbe, Roman Szott und Bernd Wallstein in der genannten Reihung. Wobei Wolfgang Schwalbe vom Modus „die besten zwei aus vier Rennläufen“ profitiert. Denn im zweiten Durchgang muss er kurz passen. Nach Osnabrück liegt Mike Vogel auch in der Klassik-Jahreswertung an der Spitze. Knapp vor Wolfgang Schwalbe, dem Roman Szott mit leichtem Respektabstand folgt.

Zwei VW Polo 16V vor zwei Schneider Audi 50 8-Ventilern sowie einem Fiat 128 Rally. Das ist das Endresultat der 1150er-Abteilung (Gr. H/FS/E1). Drei Übungs-Auffahrten lang war noch Jörg Davidovic dabei. Auf Rang vier liegend zwingt ihn ein Schaden am Ventiltrieb des NSU TT Davidovic Evo II 16V zur Aufgabe. Tobi Mayer plagt sich mit Aussetzern im Drehzahlbereich von mehr als 8000 Touren herum. Zu allem Übel muss er zwischen erstem und zweitem Training das Getriebe wechseln. Die Reserveschaltbox ist aber für den Uphöfener Berg zu lang übersetzt. Dennoch schließt Tobi das Wochenende als Zweiter ab. Zu einem ernsthaften Angriff auf den Sieger Jürgen Schneider reicht es aber nicht. Der dritte auf dem 1150er-Podest ist Tobi Stegmann. Seinen größten Erfolg hat der schon vor dem Rennen erzielt. Denn in aufopfernder Arbeit hat er seinen Schneider Audi 50 nach dem Ausrutscher am Iberg wieder ausgebügelt und in Form gebracht. Seine Fans sind happy, pflanzen an der Strecke ein riesiges Spannband mit den Botschaften „444 Rock dein Revier“ und „Stego keep Racing“ auf. Sein Vorhaben „ich lasse es langsam angehen“ befolgt er nur im ersten Samstagslauf. Danach zieht er das Tempo an. „An die Grenzen bin ich dabei aber nicht gegangen“ erklärt er nach dem Wettbewerb. Tobias Stegmann ist als Klassendritter auch 1,15-Liter KW 8V-Trophy Sieger. Platz zwei dieser Wertung holt Bernd Deutsch im zweiten Schneider Audi 50 als Vierter der Hubraumabteilung. Deren Rang fünf geht an Rolf Rauch mit seinem Fiat 128 Rally.

Die 1400er-Klasse bereichert Romain Richardeau. Der Gast aus Frankreich will mit seinem Simca Rallye 3 allerdings kein Schattendasein fristen, sondern einen Platz an der Sonne einnehmen. Am Samstagabend ist er nach Dienstschluss Dritter. Vor ihm befindet sich das bekannte Erfolgs-Duo Hansi Eller (TP1/VW Minichberger Scirocco 16V) und Franz Weißdorn (TP2/VW Weißdorn Racing Polo 16V). Übungsvierter ist Nils Abb mit seinem VW Schneider Polo 8-Ventiler, Fünfter Markus Hülsmann im VW Golf 16V. Zum Rennauftakt bieten die 1,4-Liter einen interessanten Mix. Nur Hansi Eller hält davon nix, er bleibt unbeirrbar mit einer Serie von 1:03er Zeiten von Anfang bis Ende vorne. Sonntags präsentiert sich außer Hansi Eller auch Nils Abb sehr gut ausgeschlafen. Nach dem ersten Heat ist er Zweiter, Franz Weißdorn Dritter und Romain Richardeau Vierter. Franz gefällt das nicht. Wie wir wissen kann er ja mit dem Scirocco vor sich mittlerweile so einigermaßen leben. Aber dieser aufmüpfige Jüngling mit dem 8-Ventiler? Nein, das geht gar nicht! Gleich in der nächsten Auffahrt klärt Franz die Sache, gibt noch mehr Gas und überholt Nils, ist Zweiter. Diese Position gibt er nicht mehr her. Doch noch einer sägt am nunmehr dritten Rang von Nils. Romain Richardeau möchte für seine fast 1000 Anreise-Kilometer maximalen Spaß und Erfolg als Entschädigung. Als Mann der Tat kümmert er sich selbst darum, dreht mächtig auf und zeigt Nils ab dem dritten Run den Simca-Auspuff, wird Dritter. Nils Abb ist als Klassenvierter bester 8-Ventiler-Pilot seiner Klasse. Platz fünf erobert Thomas Pröschel, der sich im VW Schneider Corrado 16V von der anfänglichen Sieben prima nach vorne gefahren und dabei Zug um Zug Markus Hülsmann (P6/VW Golf 1 16V) und Frank Lohmann mit seinem VW Steilheck Polo überrumpelt hat. Frank kann sich mit dem zweitgrößten 1400er KW 8V-Trophy Pokal trösten. Dritter dieser Sonderwertung ist Karlheinz Meurer (VW Weißdorn Polo). Stefan Winkler muss noch in der ersten Auffahrt stoppen. Am Fiat 127 hat ein Antriebswellen-Gelenk den Geist aufgegeben, ein Ersatz dafür kann auf die Schnelle leider nicht besorgt werden.

Mit Ausnahme von St. Anton an der Jeßnitz/AUT haben Stefan Faulhaber und Erwin Buck 2019 alle 1600er Klassensiege unter sich aufgeteilt. Wobei vor Osnabrück der VW Spiess Scirocco von Erwin viermal die Spoilerlippe vorne hatte und Stefans Opel Minichberger Kadett 16V dreimal. Ergo ist auch am Uphöfener Berg der Spitzenfight zwischen diesen beiden Piloten zu erwarten. Erwin Buck legt am Samstag vor, ist 146 Tausendstel schneller oben im Ziel als Stefan Faulhaber. Auch Run Nummer eins des Rennens geht an den Scirocco-Fahrer. Allerdings nur um die Winzigkeit von 17 Tausendstelsekunden. In der zweiten Auffahrt sucht Stefan die Entscheidung, legt 1:02,776 auf die Bahn, setzt sich um 0,458 Sekunden ab. Erwin kommt nicht unter 1:03,251. Damit ist die Sache gelaufen. Stefan Faulhaber gewinnt 0,607 Sekunden vor Erwin Buck (P2). Das ganze Wochenende über schaut sich Andy Heindrichs die Sache vor ihm vom Logenplatz des Dritten aus an. Final fehlen ihm mit seinem Opel Wiebe Corsa 16V RR 3,543 Sekunden auf den Sieger. Auch die Ränge vier und fünf sind die komplette Veranstaltung über in festen Händen. Mit seinem Citroen Nemeth AX Kit Car wird Manfred Schulte Vierter, Sarp Bilen (VW Golf 2 16V) Fünfter.

OS 2019 Schulte Gross

Die Klasse bis 2000 Kubik ist mit 24 Teilnehmern richtig gut besetzt. Für den Sieg kommen mindestens eine Handvoll davon in Frage. Im Training empfehlen sich Patrick Orth (TP1/BMW Gerent E30), André Wiebe (TP2) mit seinem Renault Clio BTCC, Luxemburgs Canio Marchione (TP3/BMW 320 STW) und Mario Minichberger (TP4/BMW 2002 16V) ganz besonders dafür. Das genannte Quartett liegt innerhalb eines schmalen Fensters von 0,558 Sekunden zusammen. Und auch dem Fünften, Norbert Wimmer im 8-Venmtiler BMW 2002 sowie Björn Wiebe (TP6/Renault Laguna BTCC) fehlen weniger als 2 Sekunden auf die Bestmarke. Der Senkrechtstarter des Renntages ist André Wiebe. Er geht vor Canio Marchione (P2), Patrick Orth (P3), und Mario Minichberger (P4) in Führung. Als Fünfter ist Norbert Wimmer bester 8V’ler. In der zweiten Auffahrt bleibt die Sortierung der Top-Vier wie gehabt. Aber mit der Laufbestzeit von 1:01,713 saugt sich Canio Marchione bis auf 112 Tausendstel an André Wiebe heran. Dessen Bruder Björn schnappt sich Norbert Wimmer und ist damit neuer Fünfter. Im dritten Race-Heat wird der Podest-Endstand hergestellt. Mit seiner zweiten Klassen-Bestmarke des Tages übernimmt Canio Marchione die Rolle des Leaders, stürmt zum Sieg. 0,290 Sekunden hinter ihm wird André Wiebe Zweiter, Rang drei geht an Patrick Orth. Mario Minichberger schließt das Rennen als Vierter ab, Björn Wiebe als Fünfter. Auf der Sechs ist Norbert Wimmer zugleich Gewinner der 2-Liter KW 8V-Trophy-Wertung. Position sieben sichert sich André Scheer mit seinem BMW E30 320iS. Im Ford Escort RS 1800 BDA ist Werner Weiß Achter. Rainer Schönborn (VW Golf 1 16V) fährt auf Position neun. Als Klassen-Zehnter läuft Frank Brügge (VW Brügge Golf 1) ein, er sichert sich auf dieser Position auch den Pokal des KW 8V-Trophy-Zweiten. Sonderwertungsrang drei geht an Bernhard Lang (Ford Escort RS 2000 Spezial), Vierter der roten Startnummern ist im Opel Kadett C Coupé Josef Faber.

In der Diesel-Abteilung bestreitet Andreas von der Haar ein einsames Rennen. Aus dem angedachten Start von Sepp Koller ist es wegen dessen Homburg-Malheurs leider nichts geworden. „Also vergleiche ich meine Zeiten wieder mit denen der 2-Liter-Benziner. Wenn es dort unter die besten fünfzehn gereicht hätte, bin ich mit meiner Leistung durchaus zufrieden“ erklärt Andreas. Also blättern wir flugs eine Seite zurück und stellen fest: Dort würde er sich mit seinem VW Golf 5 R-TDI auf Rang vierzehn und damit in seinem persönlichen grünen Bereich einreihen. Das passt also, wir gratulieren dazu!

Bei den 3-Litern ist Günter Göser in Osnabrück unantastbar. Mit seinem Opel Kadett C Coupé Böhm 16V holt er die Poleposition, fährt zum zu keiner Zeit gefährdeten Rennsieg. Seine Verfolger sind samstags und in den beiden ersten Race-Heats die zwei Audi 80 Quattro von Hauke (P2) und Michael Weber (P3). Dahinter taucht Alexander Wolk auf, der seinen neu aufgebauten Turbo-Golf immer besser in den Griff bekommt. Im dritten Run knackt er das Audi-Duo, ist damit Dritter. Von diesem Platz lässt er sich nicht mehr verdrängen. Sein anfängliches 0,305 Sekunden-Polster auf Michael Weber (P4) stockt er im Finale auf 0,485 auf. Klassenrang fünf bedeutet für Rookie Nino Minuth im Opel Kadett C Coupé 2.5 auch den 8-Ventiler-Sieg direkt vor Alexander Wirth (P6/Opel Ascona B). Zwischen den beiden geht es knapp zu. Im Training ist Alexander Wirth noch 1,028 Sekunden schneller als Nino Minuth. In den Race-Heats liegt Nino zunächst 0,260 vorne, baut dann auf 0,268 und 1,018 aus. Mit persönlicher Bestzeit von 1:07,938 verkürzt Alexander Wirth dann im Finale auf den Endstand von 0,201 Sekunden, zum Platztausch kommt es aber nicht mehr.

Bleibt noch die Klasse der Bergmonster mit bis zu 6500 Kubikzentimeter Hubraum – in der am Uphöfener Berg 11 Exemplare Spektakel verbreiten – zu durchleuchten. Als einziger KW Berg-Cup-Vertreter stellt sich Holger Hovemann mit seinem Opel Kadett GT/R V8 der internationalen Konkurrenz, schlägt sich unter dieser als starker Dritter hervorragend. Vor ihm rangieren nur mehr der mehrfache FIA Int. Hill Climb Cup Gewinner Ronnie Bratschi (P1), der mit seinem Mitsubishi Evo 8 EGMO den Tourenwagen-Streckenrekord stufenweise bis auf 57,338 herunterschraubt und der siebenfache französische Tourenwagen-Bergmeister Nicolas Werver (P2/Porsche 997 GT2). Hinter Holger läuft der beste einer wilden Wikinger-Horde ein. Das ist im Mitsubishi Lancer Evo 7 der Norweger Stian Hermansen (P4). Platz fünf sichert sich im Subaru Impreza WRX STi Charles Valentiny aus Luxemburg.

Trotz des Großaufgebotes an international erfahrenen Spitzenpiloten behaupten sich die KW-Berg-Cup’ler im Tourenwagen-Gesamtranking ausgezeichnet. Vier von ihnen schaffen den Sprint unter die Top-Ten. Das sind als Dritter Holger Hovemann, dazu André Wiebe (TW-P7), Patrick Orth (TW-P8) und Stefan Faulhaber als TW-Zehnter.

Auch nach dem neunten Lauf der 32. KW Berg-Cup-Saison sind noch längst nicht alle Positionen in den verschiedenen Wertungen unter Dach und Fach. Im Gesamt-Ranking haben sowohl die Wiebe-Brüder als auch Patrick Orth und Günter Göser noch intakte Möglichkeiten zu den aktuellen Leadern Hansi Eller / Armin Ebenhöh aufzuschließen. Wenn das allerdings gelingen soll müssen die Verfolger in den noch ausstehenden vier Rennen immer maximal punkten. Das sollten wir zusammen auf jeden Fall mitverfolgen, liebe KW Berg-Cup und NSU-Bergpokal Fans und Freunde. Live und vor Ort. In Oberhallau, Eichenbühl, St. Agatha und Mickhausen. Wir zählen auf euch, bitte kommt!

iberg krollDie Überschrift ist eine prima Zusammenfassung des „24. Int. ADAC Ibergrennens“. Es war an beiden Tagen echt heiß, am Sonntagnachmittag zeigte das Thermometer sogar Temperaturen oberhalb der 35-Grad-Marke an. Und Action gab es reichlich, jede Menge an Positionskämpfen inbegriffen. Darunter auch bisher nicht unbedingt übliche, wie wir noch sehen werden. Samstags gingen ab 8:45 Uhr vier Übungsläufe in Szene, die bis nach 18 Uhr dauerten. Vor dem Hintergrund dieser relativ langen Zeitspanne sowie der Ankündigung noch heftigerer Hitze für den Sonntag entschied die Rennleitung früh, es bei drei anstatt der vier ausgeschriebenen Wertungsläufe zu belassen. Das bescherte ein Rennende weit vor 16 Uhr, nur eine gute halbe Stunde später startete die Siegerehrung. Der Spannung auf der 2,05-Kilometer-Strecke tat dies keinen Abbruch. Die Motivation der Pilotinnen und Piloten war immer hoch, mit dem veranstaltenden MC Heilbad Heiligenstadt waren sie mehr als zufrieden. Dinge wie feste Zuweisung der Plätze im Fahrerlager, Anhänger Hol- und Bringdienst auf Bestellung, freundlicher Umgang miteinander, Getränke und Snacks beim Warten auf die Rückführung, kompetente Organisation und Rennleitung, moderates Nenngeld, SMS-Infoservice und natürlich das ganz besondere Stadt-Feeling leisteten dazu ihre Beiträge. Kurz noch für alle Freunde der Statistik: 120 Fahrzeuge waren im Training dabei, 117 nahmen das Rennen auf, 112 beendeten es in Wertung. Weitere 17 Autos bestritten parallel dazu eine Gleichmäßigkeitsprüfung. Was denn nun in den Klassen mit KW Berg-Cup Beteiligung und im NSU-Bergpokal am Iberg los war, das beleuchten wir jetzt sofort.
Als erstes nehmen wir die Division I des KW Berg-Cups National unter die Lupe und entdecken zwei komplett neue Podest-Formationen. Die 1600er-Klasse der Gruppen A/F/CTC gewinnt Ralf Fladung im Peugeot 207 Sport. Platz zwei sichert sich Rolf Rauch (Honda Civic), Dritter wird Jürgen Fechter im neu aufgebauten Ford Fiesta. Klar, dass da die 2-Liter in Sachen Spannung und Abwechslung nicht nachstehen wollen. Die Renault Megane Piloten Markus Goldbach und Kevin Veit zeigen sich besonders einsatzwillig. Markus gewinnt vor Kevin (P2), Kai Neu muss mit seinem Ford Focus 2.0 am Iberg mit Rang drei vorliebnehmen. In der Abteilung über 2000 Kubikzentimeter geben zwei Allrad-Turbo aus dem Hause Mitsubishi den Ton an. Im BMW E36 M3 NHM sichert sich Nikolas Uenzen Position drei und damit die Ehre Klassenbester derer mit nur einer angetriebenen Achse zu sein.

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