Über das Teilnehmerfeld und dessen Zusammensetzung haben wir uns ja bereits im Vorbericht zum Klassiker auf der 3,050-Kilometer-Strecke unterhalten. Der Samstag startete bei stabilem Wetter sogar kurz vor acht Uhr, drei Trainingsläufe konnten in einem sehr ansprechenden zeitlichen Rahmen durchgeführt werden. Dass dies trotz der hohen Teilnehmerzahl problemlos über die Bühne ging, lag auch daran, dass die Rennleitung für die dritte Übungsauffahrt den im DMSB-Bergreglement für 2026 neu eingefügten Joker zog, der auf eine Rückführung mit Rot gestoppter Autos verzichtet. Statt wieder nach unten setzen diese einfach nach der Freigabe durch Rennleitung und Sportwarte ihre Fahrt nach oben fort. Was mehrmals vorkam und den Ablauf absolut beschleunigte, so dass genügend Raum zur Präparierung der Fahrzeuge für den Renntag sowie zum Miteinander im Fahrerlager blieb. Und, zumindest für alle die, die es wollten, auch für einen Besuch im großen Festzelt.

Auch der Rennsonntag startete zügig, allerdings noch mit feuchten Flecken und vor allem deutlich niedrigerer Asphalttemperatur, was einige Dreher und Vorfälle nach sich zog. Zum Glück alles nicht so schwerwiegend. Bis eine sehr ernste medizinische Hilfeleistung im Zuschauerbereich nötig wurde. Mit Reanimation, Stabilisierung der betroffenen Person und Transport zum Hubschrauberlandeplatz in Eichenbühl. Bis die Rettungskräfte anschliessend ihre Positionen wieder bezogen und die Fahrzeuge einsatzfertig gemacht hatten, waren zwei Stunden verstrichen. Dank allerschnellster Hilfeleistung und einer perfekt funktionierenden Rettungskette geht es dem Patienten nach unserem Kenntnisstand den Umständen nach entsprechend gut.

Dieser Vorfall in Kombination mit einer durch einsetzenden Regen unumgänglichen Unterbrechung zum Reifenwechsel strapazierten den Zeitplan enorm. Was zur Folge hatte, dass die Rennleitung den dritten Wertungslauf absagte. Diese absolut richtige Entscheidung wurde früh getroffen und sofort klar kommuniziert. Die letzte Talfahrt unternahm das gesamte Feld gemeinsam in einer Gruppe, durfte sich dabei über den Beifall vieler begeisterter Zuschauer freuen. Die Siegerehrung des 57. Bergrennen Eichenbühl des MSC Erftal e.V. im AvD startete bereits um 17:30 Uhr. Wie immer bei bester Stimmung im voll besetzten, applaudierfreudigen, großen Festzelt. Bei diesem Abschluss war deutlich zu spüren, wie sehr die komplette Ortschaft Eichenbühl mit allen ansässigen Vereinen hinter ihrem Rennen steht. Es ist schön, dies miterleben zu dürfen.

Noch ein Wort in eigener Sache: Wegen Urlaub des Autors hat der Rückblick auf Eichenbühl ungebührlich lange gedauert. Und er ist auch noch nicht vollständig, weil der Blick auf den Sport fehlt. Wer live vor Ort oder im Stream dabei war, kennt die Ereignisse und Resultate ohnehin. Die Ergebnisse und Zwischenstände aller Serien und Meisterschaften sind easy nachzulesen, einfach hier den Link klicken. Was jetzt nicht bedeutet, dass das Geschehen auf der Strecke für immer unbeleuchtet bleibt. Es wird zeitnah darauf zurückgeblendet werden.

Und natürlich wollen wir noch kurz nach vorne schauen: Für den KW Berg-Cup und NSU-Bergpokal sind noch das NOBLEND Autobergrennen Esthofen – St. Agatha in Oberösterreich und das 43. ADAC Bergrennen Mickhausen zu absolvieren. Die letztgenannte Veranstaltung ist dann nicht nur das Finale der Serien des Berg-Cup e.V., sondern auch der Abschluss der Deutschen Automobil-Berg-Meisterschaft. All das wird sich in einem kurzen Zeitraum abspielen. St. Agatha steht vom 25. bis 27. September im Programm, Mickhausen folgt eine Woche später.

St. Agatha, wie das nur 45 Kilometer von Passau aus die Donau abwärts gelegene Rennen kurz genannt wird, zählt auch zum tschechischen Championat sowie zur FIA-Zonenmeisterschaft für Central Europe. Genannt haben dafür 220 Teilnehmer aus 11 Nationen, das Feld reicht vom historischen Steyr-Puch bis zum Nova Proto NP01 HondaTurbo. Das Training beginnt Samstagmittag mit zwei Durchgängen, einen weiteren gibt es am Sonntagvormittag. Danach fallen die Entscheidungen in zwei Rennläufen. Erstmals wird es von St. Agatha einen professionellen Livestream geben.

Und bitte denkt daran, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde: Nach Mickhausen ist Schluss mit Livegenuss bis Ende April 2027. Da wäre es doch gut, die Tanks zuvor nochmals aufzufüllen. Dazu laden wir euch herzlich ein, wir freuen uns auf euch!

Uli Kohl, 22.09.2026





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