wolslfeldDie Wolsfelder Bergstrecke in der Südeifel ist eine ganz besondere. Mit ihren 1,64 Kilometern ist sie die kürzeste im Kalender. 9 % steil geht es auf 5 Meter schmaler Piste von Wolsfeld hinauf nach Wolsfelderberg. Neben Kurven unterschiedlicher Radien sind vier Kehren zu bewältigen, die bekannteste davon ist die „Bit“. Sie ist einer der ultimativen Zuschauerpunkte. Die Meinungen der Aktiven zum Wolsfelder „Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer“ sind geteilt, schwanken zwischen totaler Liebe und tiefer Abneigung. Dennoch ist bei den Pfingst-Bergfestspielen in der Eifel das Fahrerlager immer wieder gut gefüllt. So auch 2018. Der Eifel-Motorsportclub Bitburg durfte sich über 157 Nennungen zu seinem „56. ADAC / EMSC Wolsfelder Bergrennen“ freuen. 29 Teilnehmer an der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung stocken das Feld übrigens noch weiter auf. Traditionell nutzt der EMSC Bitburg die beiden Feiertage (20./21.5.) für den Trainings- und Rennbetrieb. Pro Tag sind drei Läufe ausgeschrieben, die jeweils um 9 Uhr beginnen. Wer nach der Fahrerlager-Visite am Sonntagabend noch etwas Party machen möchte, der kann dies beim Sommernachtsball tun, bei dem die Band „Jukebox“ den Besuchern einheizen wird.

Unser Anliegen in dieser kurzen Vorschau ist aber die zu erwartende Party auf der Strecke, an der insgesamt 77 KW Berg-Cup’ler teilnehmen. Neun davon sind im Rahmen des NSU-Bergpokals unterwegs, weitere 16 in der Division I (Gr. A/F/CTC) des KW Berg-Cups National. Das Feld der NSU-Fahrzeuge entspricht weitgehend dem der Auftaktrennen von Schotten und Eschdorf. Wie in Luxemburg wird der NSU mit der Startnummer 516 erneut von Frank Genbrock gefahren, der sich in Eschdorf auf Anhieb Platz drei holen konnte. Seinen ersten Start in der Saison 2018 absolviert in Wolsfeld Michael Carell. Auch die Division I des Nationalen KW Berg-Cups darf sich in der Südeifel über Zuwachs freuen. Rolf Rauch (Honda Civic), Florian Hildner (Ford Fiesta), Ronny Hering (VW Scirocco) planen ebenso ihren 2018er Ersteinsatz wie Mario Heß im Opel Astra GSi und Kevin Veit mit seinem BMW 320iS E30. Ganz der Startreihenfolge des Wettbewerbs entsprechend setzen wir unser Studium der Nennliste mit den sieben Hubraumklassen der Gruppen H/FS/E1 fort. Bei den 1,15-Litern führt dieses Mal Jürgen Schneider den 16-Ventiler Polo aus, den sein Junior-Teampartner Dominik Schlott 2018 schon zu zwei Klassensiegen pilotiert hat. Tobi Mayer fährt seinen Polo 16V wieder selbst. Saisonpremiere gibt in der Eifel Markus Werner mit dem Ford Fiesta. Eine Klasse höher, bei den 1400ern, setzt Dominik Schlott seinen Berg-Einstiegs-Polo ein und ist schon gespannt darauf, ob er das Tempo seiner 8-Ventiler Klassenkollegen mitgehen kann. Im direkten Vergleich zu Eschdorf sind in fünf 1,4-Liter Cockpits Teampartner am Werk. Den Fiat 127 mit der 408 fährt Thomas Kohler, im Golf 16V (407) geht Markus Hülsmann auf Punktejagd, im Polo 16-Ventiler (406) sitzt anstelle von Silvia nun Armin Ebenhöh, den Schneider Corrado 16V (403) übernimmt Thomas Pröschel und Hansi Eller bewegt den Minichberger Scirocco 16V mit der Startnummer 399. Bei den 1600ern wollen Wolfi Glas im Golf 20V und Andy Heindrichs mit seinem Opel Wiebe Corsa zu ihren ersten Gipfelsprints dieser Saison antreten. Auch unter den einunddreißig 2-Liter-Startern gibt es Jahres-Debütanten, dazu bei einigen Teams Fahrerwechsel. Die vier Piloten mit 2018er Erstauftritt sind Thomas Richter (VW Golf STW), Werner Wilfer (Ford Escort 16V), Bernhard Lang mit seinem 8-Ventiler Ford Escort RS 2000 Spezial und Michael Bodenmüller im Opel Kadett C-Coupé 16V. Roland Christall dreht erstmals in diesem Jahr am Lenkrad des Opel Ascona B mit der Startnummer 333, Norbert Wimmer löst Spezi Christian Auer im BMW 2002 (314) ab, Markus Reich absolviert den Wolsfeld-Auftritt mit seinem neuen VW Minichberger Corrado R 16V (313) höchstpersönlich und den Minichberger Scirocco 16V mit der 312 auf den vorderen Türen pilotiert in der Eifel der schnelle Tiroler Tom Strasser himself.

Die Teilnehmer aus den weiteren Klassen kennen wir schon aus zumindest einem der vorangegangenen Rennen. Die Wolsfeld-Besetzung garantiert Spannung und harte Positionskämpfe. Nicht nur in den Klassen, sondern auch im Gesamt-Ranking, in dem durchaus ein Tourenwagen-Pilot am Ende erfolgreich sein könnte. In diesem Zusammenhang sind unbedingt Norbert Handa (Lancia Delta Integrale), Mario Fuchs im Mitsubishi Lancer Evo 9 sowie der bisher dreimalige Wolsfeld-Champion Bruno Ianniello mit seinem infernalischen Lancia Delta S4 zu nennen. Aber auch die Top-Piloten der Klassen bis und über 2000 Kubik kommen für einen Überraschungs-Coup in Frage, dazu ein Teil der um Zähler für ihre eigene Bergmeisterschaft kämpfenden 17-Auto-TW-Abordnung aus Luxemburg. Die allerdings – und das ist schade – in separaten Klassen als geschlossene Gesellschaft antreten müssen. Und natürlich darf man am kommenden Wochenende die Spezies der Rennsportfahrzeuge nicht außer Acht lassen. Mit 17 Fahrzeugen (einschließlich E2-Silhouette) ist deren Anzahl allerdings überschaubar, ohne das Luxemburger Prädikat wären es vermutlich sogar noch ein paar weniger. Frank Debruyne, dessen Dallara F 303 die Startnummer 1 trägt, war 2016 und 2017 jeweils Zweiter der Gesamtwertung. Damit ist er 2018 einer der absoluten Top-Favoriten im Wettbewerb um das goldene Bitburger-Fass.

Die aktuelle Wettervorhersage verkündet übrigens absolut untypisches Eifelwetter, spricht von 0 % Regenrisiko und – speziell am Pfingstmontag – von bis zu 22 Grad Temperatur. Also Sonnencreme ein- und Regenschirm auspacken! Ob wir mit dieser Ausstattung gut durchs Wolsfeld-Wochenende kommen muss sich zeigen. Wer dies aus erster Hand erfahren möchte, der muss unbedingt hinfahren. Nach dem Eifel-Event geht’s zum Thüringen-Doppel. Dieses beinhaltet am 9./10. Juni den EBM-Lauf am Glasbach und schon eine Woche später das Ibergrennen. Ich hoffe, wir sehen uns bei einem oder vielleicht sogar bei mehreren dieser Berg-Anlässe, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde. Bis dann also!





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