MickhausenEs ist angerichtet. Der ASC Bobingen hat fürs kommende Wochenende in die nahe bei Augsburg gelegene Staudenregion gerufen, 192 Gipfelstürmer haben sich zum Mitmachen beim „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“ entschieden. Speziell die Abteilungen der Tourenwagen (TW) und GTs sind exzellent besetzt, aber auch das Feld der 36 Rennsportflundern lässt auf spannenden Bergrennsport der Extraklasse hoffen. Traditionell ist der KW Berg-Cup in Mickhausen stark vertreten. Dieses Jahr streben stolze 73 Berg-Cup’ler nach den letzten in der 30. Jubiläumssaison noch zu holenden Punkten. Neun davon sind im Rahmen des NSU-Bergpokals unterwegs, 64 in der Internationalen Rennserie KW Berg-Cup. Zusammengerechnet liegt der Anteil der Berg-Cup e.V. Aktiven am Mickhausener Teilnehmerfeld bei fast 40 Prozent.

Was macht Mickhausen so attraktiv? Das ist nicht unbedingt die 2,2-Kilometer-Piste, die als rutschig gilt. Es ist vielmehr das Gesamtpaket eines ganz besonderen Events mit einmaligem Flair, gepaart mit hoher internationaler Beteiligung, das von seinen Machern im Laufe der Jahre mit viel Liebe zum Detail auf ein unheimlich hohes Level gehievt worden ist. So ist „Mick“ zu einem fröhlichen Oktoberfest der Bergrennszene geworden, zu einem länderübergreifenden letzten Zusammentreffen vor der langen Winterpause.

Doch lasst uns, bevor wir zu weit in nostalgische Schwärmereien abdriften, zu den 2017er Fakten zurückkehren. Drei Läufe sind pro Tag vorgesehen. Am Samstag startet das Training um 9:30 Uhr, sonntags beginnen die Wertungsläufe eine Stunde früher. Nach der letzten Auffahrt werden alle Rennautos durch das Spalier der Fans über die Strecke zurückgeführt, gleich danach steht im Vorstartbereich die Ehrung der Erfolgreichen auf dem Programm. Beides – Talfahrt und Siegerehrung – ist in aller Regel verbunden mit großen Emotionen und Gänsehaut-Feeling-Momenten. Diese gibt es bestimmt auch in den letzten, entscheidenden 2017er Race-Heats der KW Berg-Cup’ler. Nachdem die St. Agatha-Ergebnisse sowie die Klassenstärken in Mickhausen vorliegen, können allerletzte Hochrechnungen und Prognosen auf die Endstände gestartet werden. In der Gesamtwertung dürfen wir Björn und André Wiebe zur Wiederholung des Vorjahreserfolges im Renault Williams Wiebe Laguna gratulieren. Auch Armin Ebenhöh / Hansi Eller ist ihr zweiter Rang Over-All kaum noch zu nehmen. Wenn überhaupt, dann könnte dies nur Dirk Preisser gelingen. Dazu müsste der Kadett 16V Pilot extrem hoch punkten, was ihm auf jeden Fall zuzutrauen ist. Das alleine wäre aber erst die halbe Miete. Zugleich dürfte Armin Ebenhöh, der den 1,4-Liter Minichberger Scirocco 16V in Mickhausen pilotiert, in seiner Klasse nicht über einen vierten Platz hinaus kommen. Das erscheint eher unwahrscheinlich. Aber wie auch immer, Dirk Preisser bleibt die große Unbekannte im Fight um das KW Berg-Cup Gesamtpodium. Da er erst spät in die Saison startete und in Wolsfeld nicht zu Ende fahren konnte, kann er als einziger der besten Zehn noch fast volle Punkte holen. Schafft er das, dann verdrängt er auf der Zielgeraden noch Rookie Lars Heisel mit seinem Opel Böhm Kadett 16V vom Gesamtpodest.

Ganz hoch her geht es ebenfalls in der KW 8V-Trophy. Denn hinter Michael Rauch / Stefan Faulhaber – die im Briegel Kadett schon als erneute 8V-Meister feststehen – kämpfen die Polo-Piloten Frank Duscher und Nils Abb hart um die Vizemeisterschaft. Sie treten in der 1400er Abteilung direkt gegeneinander an. Groß rechnen brauchen wir deshalb in diesem Match nicht. Wer sich am Rennende besser platziert hat, dem gehört Platz zwei der attraktiven 8-Ventiler Sonderwertung. Lars Heisel heißt der Rookie-Gewinner. Dahinter können aber durchaus noch munter Plätze getauscht werden. Hauptfavorit auf Rang zwei der KW Berg-Cup Einsteiger ist Tom Strasser. Wiederholt er im VW Scirocco 16V seine St. Agatha Galavorstellung, dann ist er Vize. Auf diese Position darf sich auch Martin Kellndorfer mit seinem Opel Kadett C-Coupé noch Hoffnungen machen. Dazu bedarf es allerdings eines für ihn günstigen Rennverlaufs. Im Spiess Scirocco besitzt Erwin Buck übrigens ebenfalls noch Chancen auf einen Rookie-Stockerlplatz.

Mit Dominik Schlott (VW Schneider Polo) ist auch der neue KW Berg-Cup Ravenol Youngster des Jahrgangs 2017 vergangenes Wochenende in Österreich vorzeitig gekürt worden. Tobi Mayer ist im VW Polo 16V der heißeste Anwärter auf Position zwei. Stockt er in Mickhausen sein Konto um mehr als 10,87 Zähler auf, dann schiebt er Hauke Weber (Audi 80 Quattro) im Schlussspurt noch auf die Drei zurück. Wie sieht es im NSU-Bergpokal und in den Klassen des KW Berg-Cups aus? Greifen wir – damit es keine zu lange Abhandlung wird – nur die markantesten Fights heraus. Bei den Luftgekühlten stehen mit Jörg Davidovic / Steffen Hofmann die Sieger fest. Auch Uwe Schindler hat Platz zwei sicher inne. Dahinter gibt es noch etwas Gerangel, in dem Thomas Krystofiak die beste Ausgangsposition auf Rang drei besitzt. Thomas Stelberg / Jürgen Schneider haben im Schneider Polo 16V bei den 1,15-Litern zum dritten Mal in Folge gewonnen. Der Verfolgerpulk besteht aus 5 Fahrern, die sich in Mickhausen noch einsortieren müssen. Dabei sind noch viele Konstellationen möglich. Walter Voigt (VW Polo 16V) und Jörg Eberle im Fiat 127 Super gehen mit leichtem Vorteil in die Schlussrunde. Klassenbeste 1400er sind erneut Armin Ebenhöh / Hansi Eller im VW Minichberger Scirocco. Auch auf Position zwei hat sich nichts geändert, diese gehört wieder Franz Weißdorn und seinem VW Polo Hayabusa. Dritte sind Gerhard und Hugo Moser (Polo 16V). Dahinter tobt der schon im Kapitel „KW 8V-Trophy“ beschriebene Zweikampf zwischen Frank Duscher und Nils Abb (beide VW Polo). Entschieden sind auch die 1600er. Stefan Faulhaber / Michael Rauch sind mit dem Opel Minichberger Kadett C-Coupé 16V erfolgreiche Wiederholungstäter. André Stelberg (VW Corrado 16V) heißt der Klassenzweite. Nur Erwin Buck könnte ihn theoretisch noch überholen. Dazu müsste er mit seinem 8- Ventiler Scirocco allerdings die Klasse gewinnen, was bei normalem Verlauf äußerst schwierig sein dürfte. Vom Abschnitt über die Gesamtwertung wissen wir, dass die Wiebe Brüder auch die 2-Liter Champions sind. Wer hier schlussendlich Zweiter wird, das hat Dirk Preisser in seinem Gasfuß. Lars Heisel, der aktuell Klassen-Vize ist, kann da wohl nur die Entwicklung abwarten. Eng ist es auch hinter den gerade Genannten. Denn über das Ranking zwischen Markus Reich / Hansi Eller (VW Golf 2 16V) und Michael Rauch / Stefan Faulhaber im Opel Briegel Kadett 8V werden höchstwahrscheinlich Zehntelpunkte entscheiden.

 

Bester Diesel des Jahrgangs 2017 ist Karlheinz Meurer mit seinem VW Golf V R-TDI. Offen ist der Ausgang in der Abteilung bis 3000 Kubikzentimeter. Im BMW M3 E30 liegt Bernhard Permetinger nach St. Agatha knapp 29 Zähler vor Günter Göser im Opel Böhm Kadett 16V. Da beide erst 8 Veranstaltungen gefahren sind, können sie noch voll punkten. Großes Rechnen oder Taktieren wird es daher eher nicht geben. Sondern nur den Blick nach vorne. „Lancisti“ Norbert Handa ist der Meister bei den über 3-Litern. Im Porsche 911 GT2 hat Herbert Pregartner Rang zwei bezogen, liegt knapp vor Sabine Röck mit ihrem VW Golf Turbo. Leider sind aktuell E2-Silhouetten-Renner eine seltene Spezies, auch im KW Berg-Cup. Holger Hovemann ist hier mit seinem „Monschter“, dem Opel Kadett C GT/R Risse V8, der erneute Gewinner. Was den KW Berg-Cup’lern in Mickhausen das Punkten noch zusätzlich erschweren könnte, sind die zahlreichen starken Gäste. In der 2-Liter Abteilung haben sich zum Beispiel Jürg Ochsner (Opel Kadett 16V) Christopher Neumayr (Ford NPM IRS Escort 16V), Canio Marchione (VW Scirocco 16V) und Egidio Pisano im Minichberger VW Golf STW angekündigt. Bis 3000 Kubik gilt es auf jeden Fall die schnellen Schweizer Kadett 16V von Armin Banz, Roman Marty und Josef Koch zu beachten. Über 3 Liter sind 16 Boliden aufgeboten. Darunter befinden sich der VW Golf Rallye TFSI-R von Karl Schagerl, der Porsche 997 GT2 von Nicolas Werver, der Porsche 935 DP II von Herbert Stolz, der ex-Gabat Ford Escort Cosworth des VorjahresGesamtsiegers Romeo Nüssli und der in unseren Breiten noch unbekannte Alfa Romeo 156 DTM V6 des Italieners Marco Gramenzi. Auch Frankreichs Jungstar Pierre Courroye wird mit seinem McLaren MP4 12C GT3 zu beachten sein, wenn es um die Vergabe der Top-Plätze bei den Tourenwagen und GTs geht. So, damit sind zwar längst nicht alle, aber hoffentlich doch die wichtigsten Eckdaten zum Rennen in der Staudenregion erwähnt. Dass dieses möglicherweise eine „Last Edition“ sein könnte, darüber wollen wir vor dem zum Klassiker gewordenen Event nicht groß sprechen. Sondern uns voll auf das Genießen des großen Finales im KW Berg-Cup und NSU-Bergpokal konzentrieren. Applaudieren wir doch am kommenden Sonntag den Siegern und Erfolgreichen gemeinsam. So, wie es sich am Ende einer 30. Jubiläumssaison geziemt. Ich bin sicher, dass ihr dabei mitmacht. Darüber freue ich mich sehr!





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